Wiener Börse 2 - ATX macht Vortagesverluste teilweise wett / Semperit und BAWAG nach Analysten-Hochstufungen deutlich fester - Immowerte unter Druck
16.10.2020 18:00:00

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Freitag mit Kursgewinnen ins Wochenende verabschiedet. Der heimische Leitindex ATX legte um 0,85 Prozent auf 2.195,32 Zähler zu, der breiter gefasste ATX Prime verbesserte sich um 0,81 Prozent auf 1.123,27 Einheiten. Damit konnten die heimischen Indizes die deutlichen Vortagesverluste zumindest teilweise egalisieren - sie hinkten allerdings den europäischen Börsen hinterher, die noch etwas deutlichere Zugewinne verbuchten.
Insgesamt schienen sich die Märkte zum Wochenausklang von den Unsicherheitsfaktoren etwas abzukoppeln. Diese sind weiterhin vielfältig: Die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen, damit einhergehende neue Restriktionen in einigen Ländern, daraus resultierende Ängste vor einem erneuten Lockdown und einer weiteren Konjunkturabschwächung. Daneben Unsicherheiten um die US-Präsidentschaftswahlen und die Möglichkeit eines harten Brexit.
Der britische Premierminister Boris Johnson hatte heute sein Land darauf eingeschworen, sich auf einen harten Bruch mit der EU vorzubereiten. Eine Einigung könne nur zustande kommen, wenn die EU sich bewege und auch auf London zukomme. Die Signale der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel hätten "nicht sehr ermutigend" geklungen.
Konjunkturdaten aus den USA fielen überwiegend positiv aus und stützten die Märkte etwas. Die US-Industrie hat ihre Produktion im September zwar heruntergefahren, während Volkswirte mit einem Zuwachs gerechnet hatten. Allerdings macht die Erholung der US-Einzelhändler unerwartet große Fortschritte, hier lagen die Daten über den Erwartungen. Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich überraschend aufgehellt.
In Wien blieben Meldungen zu Unternehmen Mangelware, einige Analystenstimmen sorgten aber für kräftige Bewegungen bei Einzelwerten. BAWAG schlossen um 3,46 Prozent fester auf 32,90 Euro. Die Credit Suisse hat die Coverage der Aktien mit "Outperform" aufgenommen und das Kursziel bei 45 Euro festgesetzt.
Semperit setzten sich mit einem Aufschlag von 4,38 Prozent auf 22,65 Euro an die Spitze der Kursgewinner im prime market. Die Erste Group hatte die Aktien von "Hold" auf "Accumulate" hochgestuft, das Kursziel wurde gleichzeitig von 17,7 auf 26,5 Euro erhöht. Das Unternehmen "surfe auf der Coronavirus-Welle", hieß es in der Analyse.
Die Papiere der Erste Group gingen um 1,42 Prozent befestigt ins Wochenende. Es wurde bekannt, dass Gerda Holzinger-Burgstaller ab 1. Jänner 2021 Vorstandsvorsitzende in der Erste Bank Oesterreich wird, sie war bisher im Vorstand für Finanzen und Risiko (CFO/CRO) zuständig. Am Vorabend wurde zudem nach Börsenschluss bekanntgegeben, dass das Institut für 2019 doch eine Dividende auszahlen wolle. Der Aufsichtsrat werde eine Ausschüttung von 0,75 Euro je Aktie vorschlagen.
Unter Abgabedruck standen Immowerte. Immofinanz gaben um 2,05 Prozent nach, UBM schlossen um 1,64 Prozent tiefer. CA Immo verbuchten ein Minus von 1,12 Prozent. s Immo mussten ein kleines Minus von 0,13 Prozent hinnehmen.
(Forts.) kat/sto
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