GESAMT-ROUNDUP: 'Ich bitte Sie' - Merkel fordert mehr Disziplin in Corona-Krise
18.10.2020 15:10:00

Soziale Kontakte beschränken, weniger Feiern, keine Urlaubsreisen: Um eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bürger eindringlich um Mithilfe gebeten. Es zähle jetzt jeder Tag, sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. In anderen EU-Ländern wurden Regeln zum Teil drastisch verschärft. So gilt in Paris und anderen französischen Metropolen angesichts steigender Infektionszahlen seit dem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre.
Merkel sagte: "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Um Ansteckungsketten zu unterbrechen, müssten die Kontaktpersonen jedes infizierten Menschen benachrichtigt werden. "Die Gesundheitsämter leisten dabei Großartiges, aber wo die Zahl der Infizierten zu hoch wird, da kommen sie nicht mehr hinterher."
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte "Bild am Sonntag": "Die Lage ist ernst. Wenn wir nicht rasch gegensteuern, gerät Corona außer Kontrolle." FDP-Chef Christian Lindner sagte dem Blatt: "Wenn die Bundeskanzlerin eine solche Dramatik sieht, muss sie umgehend eine Regierungserklärung abgeben. Ein Podcast ersetzt nicht die Debatte im Bundestag, wenn es um Grundrechte geht."
Bund und Länder hatten am vergangenen Mittwoch beschlossen, die Gegenmaßnahmen in Corona-Hotspots zu verschärfen. Dazu zählen eine Ausweitung der Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen. Merkel hatte aber deutlich gemacht, die Beschlüsse reichten nicht aus, Auflagen könnten weiter verschärft werden.
Immer wieder wird eine uneinheitliche Linie der Länder kritisiert. Das gilt etwa für das umstrittene Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten. Dieses ist inzwischen in mehreren Ländern von Gerichten gestoppt worden.
Mecklenburg-Vorpommern gab am Samstag seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot auf. Wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche darauf, dass für Urlaub von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Die bisher zusätzlich geforderte Quarantäne von mindestens fünf Tagen und ein folgender zweiter Test entfallen.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag):"Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen." Viele Auflagen ließen sich ohnehin schwer überprüfen. Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland.
Am frühen Sonntagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 5587 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland, eine Woche zuvor waren es 3483 neue Fälle. Am Samstag war mit 7830 zum dritten Mal in Folge ein Höchstwert erreicht worden. An Sonntag und Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begab sich in Quarantäne, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ein erster Test bei Steinmeier fiel negativ aus, wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes am Samstag mitteilte./hoe/DP/edh
AXC0045 2020-10-18/15:10
Autor:  - dpa-AFX
 Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.
 Österreich-Börsen
 ATX2.114,13 -79,61 -3,63% 
 ATX Prime1.081,52 -40,22 -3,59% 
 Immobilien-ATX253,62 -12,39 -4,66% 
 Indizes
 DAX12.063,57 -113,61 -0,93% 
 TecDax2.914,46 -5,73 -0,20% 
 MDAX26.604,78 -98,80 -0,37% 
 Dow Jones (EOD)27.463,19 -222,19 -0,80% 
 Nasdaq 10011.598,95 94,43 0,82% 
 S & P 500 (EOD)3.390,68 -10,29 -0,30% 
 Nikkei (EOD)23.418,51 -67,29 -0,29% 
 SMI9.887,49 -98,13 -0,98% 


 Zinsen / Währungen
 Wichtige Währungen
 EUR/US$1,1773 -0,00 -0,20% 
 EUR/Yen122,6551 -0,52 -0,42% 
 EUR/CHF1,0717 -0,00 -0,01% 
 EUR/Brit. Pfund0,9029 -0,00 -0,14% 
 Yen/US$0,0096 0,00 0,35% 
 CHF/US$1,0986 -0,00 -0,14% 
 Zinsen
Libor EUR 3M-0,53310,00 0,51% 
LIBOR US$ 3M0,21580,01 3,41% 
LIBOR CHF 3M-0,7712-0,01 -1,15% 
Libor Yen 3M-0,10120,00 0,16% 
 Rohstoffe
 Öl58,690,00 0,00 
 Gold1.905,821,84 0,10% 
 Silber24,370,07 0,31% 
 Platin881,55-3,07 -0,35% 
 

Technologie und Daten von . Bitte Nutzungsbedingungen beachten.