| ROUNDUP: Verbraucher kaufen mehr Immobilien - doch die Zinsen steigen |
| 18.09.2025 10:03:00 |
FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Preise, mehr Transaktionen, mutigere
Käufer: Der Immobilienmarkt in Deutschland kommt wieder in Schwung.
Doch höhere Bauzinsen belasten Käufer. Experten rechnen damit, dass
die Marke von vier Prozent bald erreicht werden könnte.
Das Hamburger Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung
erwartet 2025 deutliche mehr Käufe von Wohnungen, Eigenheimen und
Bauland. "Die Kaufzurückhaltung am deutschen Immobilienmarkt löst
sich nach und nach auf, vor allem private Käufer kehren in den Markt
zurück", schreibt Gewos-Immobilienexperte Sebastian Wunsch.
"Vertrauen bei Käufern wächst"
Konkret erwartet das Institut, dass die Zahl der Käufe von
Wohnimmobilien in diesem Jahr auf rund 656.000 zulegt - ein Plus von
gut 14 Prozent gegenüber 2024. Das zeigt eine Studie, die der
Deutschen Presse-Agentur vorliegt und auf einer Analyse
abgeschlossener Kaufverträge beruht.
Der Umsatz mit Eigenheimen, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäusern
und Wohnbauland dürfte demnach um 18 Prozent auf rund 221 Milliarden
Euro steigen, nach rund 188 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.
Damit erholt sich der Immobilienmarkt weiter von seinem Rückschlag
ab 2022, als stark steigende Zinsen den Boom beendeten und die
Preise fielen.
Bei potenziellen Käufern wachse das Vertrauen, eine
Immobilienfinanzierung stemmen zu können, sagt Wunsch. Zudem wichen
einige Menschen wegen der hohen Mieten auf Wohneigentum aus.
Zumindest bei Eigenheimen sowie bei Eigentumswohnungen im Bestand
dürfte das Vorkrisenniveau von 2021 übertroffen werden, so die
Prognose. Das erste Halbjahr sei stark verlaufen, sodass man 2025
mit einem Anstieg der Käufe um rund 13 Prozent rechne. Bei Bauland
und Neubauwohnungen bleibe man dagegen noch mehr als 40 Prozent
unter Vorkrisenniveau.
Deutlich mehr Baugenehmigungen
Doch im kriselnden Wohnungsbau könnte es aufwärtsgehen: Im Juli
wurde in Deutschland der Neubau und Umbau von 22.100 Wohnungen
genehmigt. Das waren nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes
30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings war die Zahl
genehmigter Wohnungen damals auch auf den niedrigsten Wert für einen
Juli seit dem Jahr 2009 gesunken.
17.800 der im Juli 2025 genehmigten Wohnungen sollen in neuen
Gebäuden entstehen - ein Plus von 33,2 Prozent zum Juli 2024. Mehr
neuer Wohnraum entsteht in Einfamilienhäusern und
Mehrfamilienhäusern, während bei Zweifamilienhäusern die Zahl der
Genehmigungen zurückging.
Die bisherige Jahresstatistik fällt positiv aus: Von Januar bis
einschließlich Juli 2025 wurde der Neubau und Umbau von 131.800
Wohnungen genehmigt. Das waren 6,6 Prozent oder 8.200 Wohnungen mehr
als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres. Die Zahl der
Neugenehmigungen gibt einen ersten Hinweis auf die zu erwartende
Bautätigkeit. Allerdings werden die Projekte nicht alle umgesetzt
oder erst mit Verzögerung angegangen.
Bald wieder vier Prozent Bauzins?
Allerdings müssen Käufer tendenziell steigende Kreditzinsen stemmen.
Für zehnjährige Immobilienkredite wurden laut FMH-Finanzberatung
zuletzt jährlich rund 3,7 Prozent fällig. Vor zwölf Monaten waren es
erst 3,3 Prozent.
FMH-Gründer Max Herbst hält einen Anstieg auf 4 Prozent bis
Jahresende für möglich. Er weist darauf hin, dass die Bauzinsen
nicht von den gesunkenen Leitzinsen der EZB abhängen, sondern von
der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Und die könnte wegen der
Konjunkturflaute und steigenden Staatsverschuldung steigen: "Es
hängt davon ab, ob Investoren Deutschland die wirtschaftliche Wende
zutrauen, der Bundesrepublik als Schuldner vertrauen oder steigende
Risikoaufschläge verlangen."
Preise noch gedämpft
Da Käufer oft hohe Summen per Kredit finanzieren, können schon
kleine Zinsaufschläge teuer werden. Herbst glaubt aber nicht, dass
die Erholung am Immobilienmarkt so schnell endet. "2022 sind die
Bauzinsen in einem halben Jahr von einem auf 3,3 Prozent gestiegen".
Solch einen Anstieg gebe es jetzt nicht.
Potenzielle Käufer hätten zudem wieder mehr Auswahl und profitierten
von etwas niedrigeren Preisen, meint Gewos-Experte Wunsch. Das
aktuelle Preisniveau für Bestandswohnungen liege immerhin 6 Prozent
unter dem Rekord aus dem letzten Immobilienboom, bei Eigenheimen
seien es 7 Prozent./als/DP/men
ISIN DE0005493365 DE000LEG1110 DE000A1ML7J1 DE000A12DM80
AXC0085 2025-09-18/10:03
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Autor: - dpa-AFX
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