| ROUNDUP/USA: Shutdown belastet Wirtschaftswachstum am Jahresende |
| 20.02.2026 15:51:00 |
Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zum
Jahresende 2025 stärker als erwartet abschwächt. Im vierten Quartal
stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert
1,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag laut einer ersten
Erhebung in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit
2,8 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal hatte das BIP noch um 4,4
Prozent zugelegt.
Die vorübergehende teilweise Schließung von Bundesbehörden
(Shutdown) belastete das Wirtschaftswachstum. Es war der längste
Shutdown in der Geschichte der USA. Das Wachstum sei daher um einen
Prozentpunkt niedriger ausgefallen, teilte die Behörde mit. Die
Ausgaben der Bundesregierung in Washington gingen im vierten Quartal
um annualisiert 16,6 Prozent zurück. US-Präsident Donald Trump macht
für den Wachstumsrückgang die Opposition verantwortlich. "Der
'demokratische' Shutdown habe die USA 'mindestens' zwei
Prozentpunkte beim Wachstum gekostet", schrieb Trump kurz vor der
Veröffentlichung der Daten.
"Es scheint aber auch so, dass der zuletzt schwächere Arbeitsmarkt
und die höheren Zölle ihre Spuren hinterlassen", kommentiert Thomas
Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der private Konsum war weiterhin
der wichtigste Wachstumstreiber. Aber auch hier setzte eine
Abschwächung des Wachstums ein.
"Zudem könnten die Spätfolgen des Treibens von Elon Musk und der
Behörde Doge belastend gewirkt haben", schreibt Dirk Chlench,
Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. Der Milliardär Musk
hatte versucht, Einsparungen in den Bundesbehörden umzusetzen.
Chlench sieht unterdessen eine zweigeteilte Wirtschaft: "Die
Investitionen in Wirtschaftsbauten, die Investitionen in Wohnbauten,
die Investitionen in den Fuhrpark, in Industrieanlagen, alle sanken.
Aber die IT-Investitionen legten mit einer Jahresrate von sage und
schreibe 50 Prozent zu."
Offen bleibt, wie sich die Daten auf die künftige Geldpolitik der
US-Notenbank auswirken werden. US-Präsident Donald Trump hatte immer
wieder starken Druck auf die Fed ausgeübt und deutliche
Zinssenkungen gefordert. Die Amtszeit von Notenbankchef Jerome
Powell endet im Mai. Trump hat Kevin Warsh zum Nachfolger nominiert.
"Die Fed dürfte sich durch die unerwartet schwache Wachstumszahl im
vierten Quartal wohl nicht zu rascherem Handeln drängen lassen",
erwartet Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank. "Wir gehen
aber weiter davon aus, dass die Fed erst gegen Mitte des Jahres die
Zinsen senkt, wenn der neue Notenbank-Chef ins Amt kommt."
In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert
veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb
die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine
mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die
US-Rate durch vier teilen. Die Ausschläge an den Finanzmärkten
hielten sich nach den Daten in Grenzen./jsl/la/he
AXC0166 2026-02-20/15:51
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.260,69 | 217,12 | 0,87% |
| TecDax | 3.721,50 | 23,30 | 0,63% |
| MDAX | 31.823,39 | 344,38 | 1,09% |
| Dow Jones (EOD) | 49.395,16 | -267,50 | -0,54% |
| Nasdaq 100 | 25.018,73 | 221,39 | 0,89% |
| S & P 500 (EOD) | 6.861,89 | -19,42 | -0,28% |
| SMI | 13.859,76 | 60,17 | 0,44% |
|
| EUR/US$ | 1,1781 | 0,00 | 0,07% |
| EUR/Yen | 182,7072 | 0,22 | 0,12% |
| EUR/CHF | 0,9134 | 0,00 | 0,10% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8735 | -0,00 | -0,10% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | 0,08% |
| CHF/US$ | 1,2899 | 0,00 | 0,02% |
|
| baha Brent Indication | 71,37 | -0,37 | -0,51% |
| Gold | 5.056,04 | 48,10 | 0,96% |
| Silber | 80,43 | 2,45 | 3,14% |
| Platin | 2.130,35 | 65,58 | 3,18% |
| |
|
|