| ROUNDUP: USA und Israel melden Tausende Angriffe auf Ziele im Iran |
| 04.03.2026 05:40:00 |
In den vier Tagen seit Beginn des
Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast
2.000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von
weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe
zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den
Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der
Plattform X veröffentlichten Video. Unter den angegriffenen Zielen
sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe
darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte
er.
Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale
Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der
Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches
Schiff mehr. Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt
sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen,
Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben
ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200
Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im
Einsatz, sagte Cooper. Weitere Einheiten seien auf dem Weg. "Diese
Kräfte haben eine massive Schlagkraft und stellen das größte
Militäraufgebot der USA im Nahen Osten seit einer Generation dar",
sagte der Admiral. Zuletzt hatten die USA vor mehr als zwanzig
Jahren für den Irak-Krieg eine riesige Streitmacht im Nahen Osten
zusammengezogen.
"Breit angelegte Angriffswelle" auf Militäranlagen im Iran
Auch die israelischen Streitkräfte nahmen erneut Militäranlagen im
Iran unter Beschuss. Die "breit angelegte Angriffswelle" habe unter
anderem Abschussrampen und Luftabwehrsystemen gegolten, teilte das
Militär mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von
Explosionen in der Hauptstadt Teheran.
Der Iran feuerte seinerseits Raketen auf Israel ab, wie die
israelischen Streitkräfte mitteilten. Sie wurden aber erfolgreich
abgefangen, wie die Zeitung "Times of Israel" berichtete. Verletzt
wurde demnach niemand.
Israels Militär meldet 1.600 Einsätze seit Kriegsbeginn
Seit Kriegsbeginn am Samstag meldeten die israelischen Streitkräfte
über 1.600 Einsätze der Luftwaffe. Dabei seien etwa 4.000 Geschosse
eingesetzt worden, sagte der israelische Militärsprecher Effie
Defrin. Damit sei das Ausmaß der Angriffe schon jetzt größer als
während des gesamten zwölftägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres,
bei dem Israel ebenfalls mit amerikanischer Unterstützung Ziele im
Iran unter Beschuss genommen hatte. Seit Samstag habe Israels
Militär rund 300 Raketenabschussrampen im Iran zerstört, hieß es in
einer Mitteilung der Armee.
Als Vergeltung für die israelisch-amerikanischen Angriffe hat der
Iran nach Angaben des US-Militärs mehr als 500 ballistische Raketen
und mehr als 2.000 Drohnen abgefeuert. Cooper warf dem Iran vor,
dabei wahllos Zivilisten anzugreifen - ein Vorwurf, den umgekehrt
auch die iranische Seite erhebt.
Israels Militär ging zu Beginn des Kriegs am Samstag davon aus, dass
der Iran über rund 2.500 ballistische Raketen verfügt. Neben den vom
Iran abgefeuerten Raketen dürften bei Bombenangriffen der Israelis
und des US-Militärs seither viele Raketen zerstört worden sein.
Geht der US-Luftabwehr bald die Munition aus?
Dennoch gibt es Befürchtungen, dass den amerikanischen und
israelischen Streitkräften sowie der Luftabwehr ihrer Verbündeten
nach tagelangem Beschuss durch den Iran die Abfangraketen ausgehen
könnten. Die Iraner verfügten über riesige Vorräte an
vergleichsweise billigen Kamikaze-Drohnen sowie Mittel- und
Kurzstreckenraketen und könnten noch viel mehr davon herstellen,
warnte US-Senator Mark Kelly, ein prominentes Mitglied des
Streitkräfte-Ausschusses, laut dem Sender CNN.
Die USA verfügten aber nicht "über einen unbegrenzten Vorrat" an
Munition, zitierte ihn CNN weiter. Das werde irgendwann zu einem
"mathematischen Problem" und werfe die Frage auf, wie die USA ihre
Luftabwehr-Munition wieder aufstocken könnten.
Iranische Rakete trifft großen US-Stützpunkt in Katar
Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete traf den auch vom
US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar. Dabei sei niemand
verletzt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Doha, ohne
Angaben zum genauen Einschlagsort der Rakete oder möglichen Schäden
zu machen. Eine zweite ballistische Rakete sei von der Luftabwehr
abgefangen worden.
Al-Udeid liegt am Rande der katarischen Hauptstadt Doha und ist der
größte Stützpunkt des US-Militärs im Nahen Osten. Der Iran hatte die
Basis, die auch von katarischen und britischen Streitkräften genutzt
wird, bereits im vergangenen Jahr nach dem US-Bombardement
iranischer Atomanlagen angegriffen.
Angebliche iranische Spione in Katar gefasst
Die Sicherheitsbehörden in Katar meldeten auch die Festnahme von
zehn angeblichen Spionen der iranischen Revolutionsgarden - der
Elitestreitmacht des Irans. Sieben von ihnen hätten den Auftrag
gehabt, Informationen über die militärische Infrastruktur des
Golfstaats zu sammeln, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur
QNA. Drei weitere sollten demnach Sabotageakte verüben und waren im
Umgang mit Drohnen geschult. Sie hätten ihre Verbindung zu den
Revolutionsgarden eingeräumt./fsp/DP/zb
AXC0033 2026-03-04/05:40
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Autor: - dpa-AFX
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