| ROUNDUP: Erster Rückholflug für gestrandete Touristen soll abheben |
| 04.03.2026 06:00:00 |
Für in Nahost gestrandete
Deutsche ist es ein Hoffnungsschimmer: Heute will die
Bundesregierung ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere
starten. Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist
ein erster Flug nach Maskat geplant, mit dem Menschen aus der
Hauptstadt des Oman geholt werden sollen. Bereits am Dienstag kamen
Urlauber mit den ersten Linienmaschinen nach Deutschland. Die
Erleichterung bei den Passagieren war groß.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen
in der Region weiterhin Zehntausende Menschen fest, die im Nahen
Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz
nutzen wollten. Viele Staaten in der Region haben ihren Luftraum
geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.
Wer von der Rückholaktion profitiert
Bei vielen Touristen ist die Verzweiflung groß. Der Bundesregierung
wurde vorgeworfen, nicht genug für gestrandete Urlauber zu tun.
Schließlich kündigte Wadephul an, alte, kranke und schwache Menschen
sowie Kinder und schwangere Frauen nach Deutschland zurückzubringen.
"Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können", sagte er dem
Sender Welt TV am Dienstag.
Die Passagiere müssten zunächst aus den Vereinigten Arabischen
Emiraten in den Oman ausreisen. Das Auswärtige Amt habe in diesem
Zusammenhang sein Personal verstärkt, sagte Wadephul. "Aber es hängt
natürlich auch davon ab: Wer schafft diesen Landweg. Wer kann sich
ein Fahrzeug besorgen."
Laut Lufthansa soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von
Mittwoch auf Donnerstag die Menschen nach Hause bringen. Weitere
Flüge sind dem Außenminister zufolge in den kommenden Tagen geplant.
Was bedeutet das für die anderen Reisenden?
Allen anderen deutschen Staatsbürgern außerhalb dieser besonders
hilfsbedürftigen Gruppe müsse man entweder noch einen längeren
Aufenthalt zumuten oder anbieten, direkt von den Vereinigten
Arabischen Emiraten aus nach Deutschland zu fliegen. "Ich bin guter
Dinge, dass wir jetzt in den nächsten Tagen vorankommen", so dass
"die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen
können nach Deutschland", sagte Wadephul.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen mit Luft- und
Raketenangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit
Gegenangriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion. Unklar
ist, wann der Krieg endet.
Linienflieger evakuieren Urlauber
Am Dienstagnachmittag landete erstmals nach zahlreichen
Flugausfällen wieder eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates aus
Dubai in Frankfurt am Main. Am späten Abend kam ein weiterer Flieger
am Flughafen München an. An Bord waren nach Angaben eines Sprechers
des Reisekonzerns Tui unter anderem rund 200 Tui-Gäste.
Viele Rückkehrer fielen erleichtert ihren Familien in die Arme. "Wir
wussten nicht, ob wir wieder rauskommen", erzählte eine junge Frau
unter Tränen. Sie saß auf einem Kreuzfahrtschiff fest, als die
Angriffe begannen.
"Ich glaube, wir hatten Glück, weil wir den Kleinen dabei hatten",
sagte ein Familienvater mit Blick auf seinen Sohn. Das Kind sei
quasi die Eintrittskarte in den Flughafen gewesen - Freunde der
Familie seien lediglich auf einer Warteliste gelandet.
SPD-Außenpolitiker fordert weitere Rückholflüge
Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic forderte die Bundesregierung
auf, den Kreis der Menschen zu erweitern, die von Evakuierungsflügen
profitieren. "Wir sprechen über Zehntausende deutsche
Staatsangehörige in der Region. Es müssen weitere
Unterstützungspläne folgen", sagte er dem Magazin "Focus". Besonders
dringlich sei die Situation einiger junger Menschen, die für ein
Freiwilliges Soziales Jahr vor Ort seien, teils auch im Auftrag der
Bundesregierung: "Sie und ihre besorgten Eltern erwarten zu Recht
eine schnelle und sichere Lösung."
Auch andere Länder bringen mittlerweile nach der Eskalation im Nahen
Osten erste Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den
Weg./cht/DP/zb
ISIN DE0008232125 DE000TUAG505
AXC0040 2026-03-04/06:00
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Autor: - dpa-AFX
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