SPORT/ROUNDUP/Alis berühmtester Gegner: Box-Legende Foreman ist tot |
22.03.2025 10:52:00 |
HOUSTON (dpa-AFX) - Das letzte Foto, das George Foreman von sich
veröffentlichte, zeigte ihn beim genüsslichen Verzehr eines Stück
Kuchens. Die amerikanische Legende schwelgte genau 50 Jahre nach dem
legendären Rumble in the Jungle gegen Muhammad Ali in Erinnerungen
an einen der größten Momente in der Historie des Box-Sports.
"Ich blicke zurück auf die beste Zeit meines Lebens - feiert mit mir
mit einem Stück Kuchen", schrieb Foreman im Oktober des vergangenen
Jahres in den sozialen Netzwerken zu dem Schlagabtausch vor 100.000
vollkommen euphorisierten Zuschauern. Das Duell zwischen Foreman und
Ali am 30. Oktober 1974 in Kinshasa gilt für viele als größter
Boxkampf überhaupt. Es war von 81 Duellen das einzige, das Foreman
durch K.o. verlor.
Familie: "Eine Kraft des Guten"
Am Freitagabend (Ortszeit) meldete sich seine Familie von dem
Account: Der Olympiasieger und mehrfache Profi-Weltmeister ist im
Kreise seiner Familie gestorben. Foreman war 76 Jahre alt.
"Unsere Herzen sind gebrochen", hieß es in der Mitteilung. "Als
gläubiger Prediger, hingebungsvoller Ehemann, liebender Vater und
stolzer Groß- und Urgroßvater war sein Leben von unerschütterlichem
Glauben, Demut und Zielstrebigkeit geprägt." Nach Joe Frazier, der
in einem denkwürdigen Kampf 1973 den WM-Titel gegen Foreman verlor,
und Ali ist der Texaner als letzter der drei ganz großen US-Boxer
aus den 1970ern gestorben. Frazier starb 2011, Ali im Jahr 2016.
Als "Menschenfreund, Olympiateilnehmer und zweimaliger Weltmeister
im Schwergewicht" sei Foreman hoch geachtet gewesen. Seine Familie
bezeichnete ihn als "eine Kraft des Guten" und "Mann mit Disziplin
und Überzeugung". Die Familie dankte für Anteilnahme und Gebete und
bat um Ruhe, "während wir das außergewöhnliche Leben eines Mannes
würdigen, den wir unser Eigen nennen durften."
Erfolge von den 1960ern bis in die 1990er
Ex-Weltmeister Mike Tyson kondolierte auf der Plattform X. "Sein
Beitrag zum Boxen und darüber hinaus wird niemals vergessen werden",
schrieb er über seinen ehemaligen Kollegen. Foreman wurde bereits
1968 Olympiasieger in Mexiko-Stadt und kämpfte in den 1970ern gegen
Ali und Frazier.
1987 feierte er nach knapp zehn Jahren Pause eine fulminante
Rückkehr, in den 1990ern wurde er mit 45 Jahren sogar ältester
Schwergewichts-Weltmeister der Box-Geschichte. Der K.-o.-Sieg zur
Titeleroberung gegen den bis dato ungeschlagenen Michael Moorer (zu
diesem Zeitpunkt 26) gilt als eines der beeindruckendsten Comebacks
der Sport-Geschichte.
Im Anschluss verteidigte Foreman mit 46 seinen WM-Titel gegen den
Deutschen Axel Schulz erfolgreich. Beide Kämpfe fanden im berühmten
MGM Grand Hotel von Las Vegas statt. "George war etwas ganz
Besonderes. Für mich war es das Größte, dass ich damals noch gegen
ihn kämpfen dürfte", sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur.
Auch Foremans Heimatstadt Houston würdigte die Box-Legende. "Georges
Weg von den Straßen des Fifth Ward zum Box- und Geschäftserfolg war
eine Inspiration. Er vergaß nie, woher er kam, und sein Engagement
für unsere Stadt blieb ungebrochen", teilte Houstons Bürgermeister
John Whitmire mit. Foremans Herz sei "so groß war wie sein
kraftvoller Schlag".
Erfolgreicher Unternehmer nach der Karriere
Foreman war nicht nur ein großer Boxer, sondern auch ein Mann der
großen Töne. Der BBC sagte er 2014 zum Jahrhundert-Kampf gegen Ali,
er habe den Kampf fast aus Mitleid angenommen. Foreman hatte die
Vermutung, Ali sei pleite. "Ich sagte, ich würde da rausgehen und
ihn töten, und die Leute sagten: "Bitte sag nicht, dass du Muhammad
töten willst"", schilderte Foreman. "Also sagte ich: "Okay, ich
schlage ihn einfach zu Boden."" Es kam dann in Kinshasa ganz anders.
Nach seinem ersten Rücktritt 1977 widmete sich Foreman dem
christlichen Glauben und wurde Prediger. Dieser Tätigkeit ging er
auch später nach seinem endgültigen Abschied aus dem Ring nach. Er
arbeitete zudem als Sportkommentator und war in Talkshows weltweit
gerngesehen.
Als Unternehmer schaffte er es, den George Foreman Grill in vielen
Haushalten auf der ganzen Welt zu platzieren. Schätzungen zufolge
soll der ehemalige Box-Weltmeister über 200 Millionen Dollar mit dem
Geschäftsmodell verdient haben - und damit deutlich mehr als in
seiner aktiven Sportkarriere./pre/DP/mis
AXC0023 2025-03-22/10:52
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Autor: - dpa-AFX
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