| WOCHENAUSBLICK: Schwacher US-Arbeitsmarkt hält Vorsicht hoch |
| 08.09.2025 05:50:00 |
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht
vom Freitag dürften sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch
in der neuen Woche eher zurückhalten. Angesichts der Jobdaten dürfte
einer US-Leitzinssenkung Mitte September zwar kaum noch etwas im
Wege stehen, gleichzeitig kommen aber Konjunktursorgen auf. Von
seinem jüngsten Kursrutsch hat sich der Dax schon
merklich erholt - ob das so weiter geht, scheint aber erst einmal
offen.
Es würden Stimmen laut, die sinkende Zinsen beim nächsten
Sitzungstermin der US-Notenbank am 17. September als verspätet
einstuften, so Marktexperte Andreas Lipkow. Gleichwohl könnte Fed in
der übernächsten Woche erneut zum Retter der Märkte avancieren,
kommentierte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades.
"Nach einem holprigen Start in den Börsenmonat September haben die
Anleger wieder in ihren optimistischen Kaufmodus zurückgefunden",
schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker Robomarkets.
Der Dax bleibe ein Stehaufmännchen. Trotz geopolitischer Risiken und
hoher Anleiherenditen seien die Anleger weiterhin risikobereit.
Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets erinnerte daran, dass der
deutsche Leitindex trotz negativer Nachrichten wochenlang gestiegen
war. Wenn die Stimmung aber einmal kippe, könne das viel Geld
kosten.
Mit dem schwachen Arbeitsmarktbericht sei die Tür für eine
Zinssenkung der Fed förmlich aufgerissen, kommentierte
Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Robert Greil,
Chefstratege der Privatbank Merck Finck, verwies aber auf die am
Donnerstag anstehenden Verbraucherpreisdaten in den USA: "Treiben
die Preiserhöhungen die US-Inflation bereits im August auf 3 Prozent
oder gar darüber, dann würden die Inflationsbedenken spürbar
zunehmen." Dies könne auch die Erwartungen an eine Zinssenkung noch
einmal ins Wanken bringen.
Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 11.
September dürfte angesichts der gespannten Blicke auf die Fed
beinahe zur Nebensache werden. Marktstratege Robert Halver von der
Baader Bank warnte jedoch, dass die spürbar höheren US-Zölle erst
jetzt bei den Unternehmen der Eurozone ankämen. Auch wenn bei der
kommenden Sitzung mit einer Fortsetzung der Zinssenkungspause
gerechnet werde, könne die EZB im Herbst daher zumindest noch einen
letzten Zinsschritt vornehmen.
Dabei gehe es laut Halver auch um eine "finanziellen
Schmerzlinderung für völlig überschuldete Euro-Länder". Hier sei
Frankreich das neue Sorgenkind. Am Montag will der französische
Ministerpräsident Francois Bayrou die Vertrauensfrage im Parlament
stellen. Im Falle eines Scheiterns erwartet Halver weiter steigende
Risikoaufschläge für französische Anleihen, was die Kreditzinsen
Frankreichs erhöhe. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen,
Helaba, schreiben gar von einem drohenden Teufelskreis zwischen
Zöllen und Schuldendruck.
Die US-Zölle belasteten zuletzt auch die deutsche Industrie, die im
Juli den nächsten Auftragsdämpfer hinnehmen musste. Großaufträge
ausgeklammert, setze sich die träge Erholung aber fort, konstatierte
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Erstaunlich ist die
Tatsache, dass trotz der von Donald Trump verhängten Zölle die
Auftragseingänge überhaupt einen positiven Trend ausweisen." Die
deutsche Wirtschaft könne den Zollquerelen trotzen. Zu Wochenbeginn
folgen Daten zur Industrieproduktion.
Unternehmensseitig dürften am Montag außerdem die Rückversicherer
rund um Munich Re und Hannover Rück
anlässlich des jährlichen Branchentreffens in Monte-Carlo im Fokus
stehen. Am Dienstag könnten die Autowerte zur Eröffnung der
internationalen Automesse IAA Mobility einen Blick wert sein.
Obendrein stehen mit Quartalszahlen von Oracle ,
Inditex und Adobe im Wochenverlauf
international einige Unternehmensberichte an, die sich auch auf
deutsche Aktien auswirken könnten./niw/gl/mis
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008
AXC0018 2025-09-08/05:50
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Autor: - dpa-AFX
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