| ROUNDUP 2: Trump kündigt zusätzliche Zölle gegen Kanada an |
| 26.10.2025 14:05:00 |
(Neu: Weitere Details)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat zusätzliche
Zölle gegen Kanada in Höhe von zehn Prozent angekündigt. Als Grund
nannte der Republikaner auf der Plattform Truth Social, dass eine
angeblich irreführende kanadische Werbekampagne gegen Zölle nicht
sofort entfernt worden sei. Stattdessen sei sie in der vergangenen
Nacht während eines Baseball-Spiels der World Series gezeigt worden,
schrieb Trump.
Am Freitag hatte die kanadische Provinz Ontario nach heftiger Kritik
von Trump die Ausstrahlung des Anti-Zoll-Werbeclips ausgesetzt -
jedoch nicht mit sofortiger Wirkung. Der Premierminister von
Ontario, Doug Ford , kündigte auf der Plattform X an,
nach einem Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney
werde Ontario seine Werbekampagne ab Montag aussetzen.
Ford: Haben unser Ziel erreicht
Trump hatte zuvor wegen des Werbeclips die Handelsgespräche mit dem
Nachbarland gestoppt. Ford begründete die Pause für den Werbeclip
damit, dass so die Gespräche wieder aufgenommen werden können. Nun
zeichnet sich ab: Damit wird es zunächst nichts.
Der Premierminister von Ontario hatte bereits angekündigt, dass
dieses Wochenende die Werbekampagne weiterhin gezeigt werde. Man
habe das Ziel erreicht, indem das amerikanische Publikum auf
höchster Ebene erreicht worden sei. Intention sei gewesen, eine
Diskussion darüber anzustoßen, welche Folgen Zölle auf Arbeitnehmer
und Firmen haben.
Ex-Präsident Reagan in Werbung zu hören
Schon als Trump den Stopp der Handelsgespräche mit dem Nachbarland
verkündete, warf er Kanada eine irreführende Werbekampagne vor. In
dem von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario
veröffentlichten Video ist die Stimme des früheren US-Präsidenten
Ronald Reagan zu hören, der sich zu Nachteilen von Zöllen äußert.
Zölle sind eines von Trumps Lieblingsinstrumenten in der
Außenpolitik, wie er immer wieder betont.
Die US-Organisation The Ronald Reagan Presidential Foundation &
Institute hatte zuvor beklagt, dass die Aufnahmen einer früheren
Radioansprache Reagans aus dem Jahr 1987 ohne Genehmigung für den
Werbeclip verwendet worden seien - und dass die Macher des Videos
die "selektiv genutzten" Aussagen des 2004 gestorbenen Republikaners
irreführend im Video eingebettet hätten. Man prüfe rechtliche
Schritte, schrieb die Organisation in einer auf X veröffentlichten
Mitteilung.
In seinem jüngsten Post warf Trump Kanada nun neben
Falschdarstellung auch eine "feindselige Handlung" vor. Er
unterstellte auch erneut, dass Kanada Richter in den USA, die sich
mit Zöllen befassen, beeinflussen wolle.
Trump bezog sich dabei auf das oberste Gericht in den USA. Der
Supreme Court befasst sich aktuell auf Antrag der US-Regierung mit
Trumps Zollpolitik. Der US-Präsident erhofft sich Rückenwind von den
Richtern, nachdem er vor niedrigeren Instanzen Niederlagen erlitten
hatte.
Zuletzt war die Stimmung zwischen den Nachbarländern noch gut
Vor wenigen Wochen hatte Trump noch den kanadischen Premierminister
Carney im Weißen Haus empfangen - und dabei freundliche Worte für
ihn gefunden. Man wolle Vereinbarungen treffen, die für beide Länder
gut seien, hieß es. Trump sprach auch von Fortschritten, die in den
vergangenen Monaten gemacht worden seien.
Zuvor waren im August Zölle der USA in Höhe von 35 Prozent auf viele
Importe aus Kanada in Kraft getreten. Trump begründete den Schritt
mit der Behauptung, dass Kanada zu wenig gegen Drogenhandel
unternehme und Rauschgift über die Grenze in die USA gelange. Bei
Carneys Besuch vor ein paar Wochen hatte Trump dann gelobt, dass das
Land nun stärker gegen den Drogenhandel vorgehe./fsp/DP/zb
ISIN US3453708600
AXC0050 2025-10-26/14:05
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Autor: - dpa-AFX
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