| ROUNDUP 2: Fresenius verdient überraschend viel - Hebt Ergebnisprognose |
| 05.11.2025 14:11:00 |
(neu: Aktienkurs aktualisiert, Aussagen aus der Konferenz, mehr
Hintergrund)
BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Krankenhausbetreiber und
Arzneimittelkonzern Fresenius hat dank einer guten
Entwicklung bei seiner Arzneimittel- und Medizintechniktochter Kabi
im dritten Quartal überraschend viel verdient. Konzernchef Michael
Sen peilt nun für das laufende Jahr ein noch höheres operatives
Ergebnis an. Zugleich setzt der Manager auf Ausnahmen von
US-Pharmazöllen. Die Aktie lag nach frühen Gewinnen am Nachmittag
moderat im Minus.
Anleger nahmen Gewinne mit, nachdem die Aktie am Morgen noch
zeitweise fast drei Prozent zugelegt hatte. Auch im bisherigen Jahr
hat das Papier mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent einen
ansehnlichen Lauf. David Adlington von der US-Bank JPMorgan äußerte
sich in einer ersten Reaktion lobend zu den Resultaten - Fresenius
habe einmal mehr die Erwartungen getoppt und die Latte für das Jahr
höher gesetzt. Das dritte Quartal wertete er als Beweis für den
fortgesetzten Turnaround bei Fresenius.
"Fresenius treibt seine Entwicklung zielstrebig voran, unsere
Transformation zahlt sich aus", sagte Vorstandschef Sen in Bad
Homburg. Er will nun das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern
zu konstanten Wechselkursen um vier bis acht Prozent im Vergleich zu
2024 erhöhen. Zuvor standen noch drei bis sieben Prozent Zuwachs im
Plan. Das bereits im Sommer angehobene Ziel für den Umsatz
bestätigte der Manager, der Erlös soll aus eigener Kraft um fünf bis
sieben Prozent wachsen.
Dabei erwartet Fresenius dank Einsparungen im Klinikgeschäft und
Produktanläufen bei Kabi ein beschleunigtes Ergebniswachstum im
Schlussquartal. Zudem will Sen nach längerem Sparzwang auch wieder
Geld ausgeben. "Die gute Entwicklung in den ersten drei Quartalen
bietet die Möglichkeit, im vierten Quartal einige gezielte
Investitionen zu tätigen, beispielsweise in Forschung und
Entwicklung", sagte er.
Zugleich hofft der Manager, dass US-Arzneizölle nicht für
Nachahmermedikamente (Generika) gelten, die Fresenius über seine
Tochter Kabi herstellt. Verlautbarungen namhafter Vertreter aus dem
US-Handelsministerium und dem Weißen Haus deuteten darauf hin, dass
Generika und biopharmazeutische Nachahmermedikamente von US-Zöllen
ausgeschlossen sein könnten, sagte Sen vor Journalisten.
Noch sei die Untersuchung nach dem US-Gesetz Section 232 nicht
abgeschlossen. Damit prüft die US-Regierung, ob bestimmte Importe
die nationale Sicherheit gefährden. Für Fresenius ist Nordamerika
ein wichtiger Markt: 2024 erzielte der Konzern dort 13 Prozent des
Umsatzes.
Unterdessen kann Fresenius auf starke Geschäfte im Sommer
zurückblicken. In den drei Monaten bis Ende September verbuchte der
Konzern einen Umsatzanstieg von drei Prozent auf knapp 5,5
Milliarden Euro. Organisch - also ohne Wechselkurseffekte und
Portfolioveränderungen - betrug das Plus sechs Prozent.
Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) kletterte um vier Prozent
auf 574 Millionen Euro, währungsbereinigt betrug das Plus sechs
Prozent. Damit übertraf Fresenius die Erwartungen von Analysten.
Dabei verzeichnete Kabi deutlich mehr operativen Gewinn, vor allem
das Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Nachahmerprodukten
lief stark. Im Klinikgeschäft gab es hingegen trotz anziehender
Umsatzbeiträge leichte Verdiensteinbußen im Tagesgeschäft. Der
Konzern verwies hier auf den Wegfall der staatlichen Energiehilfen
für die Helios-Krankenhäuser in Deutschland, von denen Fresenius ein
Jahr zuvor noch profitiert hatte.
Umfangreiche Ergebnisbeiträge durch das Sparprogramm bei Helios
Deutschland würden nun für das vierte Quartal erwartet. Einige
Einsparungen dürften sich aber in das Jahr 2026 verschieben, hieß
es. In den spanischen Kliniken hatten sich unterdessen trotz der
saisonal üblichen Schwäche im Sommer die Margen im dritten Quartal
verbessert.
Nach Minderheiten erwirtschaftete Fresenius mit seinen beiden
Standbeinen einen bereinigten Gewinn von 351 Millionen Euro, nach
312 Millionen Euro vor einem Jahr. Hierzu trugen auch niedrigere
Zinsaufwendungen bei.
Der seit Oktober 2022 amtierende Konzernchef Sen hat Fresenius
radikal umgebaut. Unter anderem wurden die Kinderwunschkliniken der
Eugin Gruppe und größtenteils auch das Geschäft des österreichischen
Klinikdienstleisters Vamed verkauft.
Zudem rollte Sen bei Kabi und Helios umfassende Sparprogramme aus.
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care wurde nach mehreren
Gewinnwarnungen in der Corona-Pandemie aus der Konzernbilanz
entflochten und wird nur noch als Finanzbeteiligung geführt. Aktuell
liegt der Anteil bei knapp 29 Prozent, nach der Wandlung einer 2028
fälligen Umtauschanleihe soll die Beteiligung auf rund 25 Prozent
sinken./tav/als/niw/mis
ISIN DE0005785604
AXC0200 2025-11-05/14:11
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Autor: - dpa-AFX
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