| Autonomes Fahren: Vorsprung von Mercedes & Co. bröckelt |
| 19.11.2025 06:03:00 |
Beim autonomen Fahren sind die
deutschen Autobauer bisher gut aufgestellt - doch der Vorsprung
droht zu verpuffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centers
of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach in
Zusammenarbeit mit dem Netzwerk-Ausrüster Cisco
Systems. Vor allem Hersteller aus China könnten vorbeiziehen.
Beim autonomen Fahren nach Level 3, bei dem der Fahrer zeitweise die
Verantwortung ans Auto abgeben kann, seien deutsche Hersteller
bisher gut aufgestellt. Mercedes -Benz
sei hier klarer Innovationsführer: Als bislang einziger Hersteller
biete die Marke in ihrer S-Klasse einen Staupiloten an, der bis
Tempo 95 auf der Autobahn das Lenkrad übernehmen dürfe. BMW
gehöre mit der 2026 startenden Neuen Klasse zu den
Marken, die schnell folgten.
Vorsprung durch Staupiloten
"Die deutsche Automobilindustrie hat bei Level-3-Systemen für
autonomes Fahren aktuell eine Vorreiterrolle inne", sagte
CAM-Experte Stefan Bratzel, der die Studie erstellt hat. "Doch
dieser Vorsprung ist fragil, insbesondere Hersteller aus China
werden die deutsche Innovationsleistung bald überflügeln", warnt
Bratzel. Bis 2028 dürften chinesische Hersteller die deutschen
Autobauer bei der Innovationskraft überholt haben, so Bratziels
Prognose.
Dennoch sei die Lage in Deutschland deutlich besser als ihr Ruf, so
Bratzel. "Wir sind nicht so schlecht, wie im Moment die
Stimmungslage ist." Das heiße aber nicht, dass die Branche die
Gefahr aus China nicht ernst nehmen sollte. "Aber wir dürfen unser
Licht nicht fortwährend unter den Scheffel stellen."
Derzeit sei das gute Abschneiden der Deutschen vor allem der Stärke
bei den Level-3-Funktionen zu verdanken. Doch dabei handle es sich
um einen eher kleinen Nischenmarkt. Ganz anders sieht es der Studie
zufolge bei den derzeit vorherrschenden Assistenzsystemen nach Level
2 und 2+ aus, bei denen das Auto immer mehr Unterstützung anbietet,
den Fahrer aber nicht aus der Verantwortung nimmt. Hier seien
Hersteller aus China bereits weit vorn, allen voran BYD, Nio und
Xpeng.
China setzt auf Fahrassistenz
Seit 2022 sei bei den Herstellern in China ein enormer Anstieg zu
beobachten. In dem Land habe es damals einen spürbaren Schwenk
Richtung Fahrassistenz gegeben - "fast schon so eine Art Hype
Phase", so Bratzel. Anders als in Deutschland sei das
teilautomatisierte Fahren in China längst Standard. Und auch
US-Hersteller wie Tesla und Ford
seien hier etwas besser aufgestellt als die Europäer.
Insgesamt lag der Anteil Chinas an Innovationsstärke bei
Fahrassistenz und autonomem Fahren 2024 bei 70 Prozent, so das
Ergebnis der Studie. Deutschland folge mit deutlichem Abstand mit 14
Prozent auf Platz zwei vor den USA mit 12 Prozent. 2016 hatte es
noch ganz anders ausgesehen: 60 Prozent der Innovationsstärke bei
dem Zukunftsthema entfiel damals auf die deutschen Hersteller.
VW fällt zurück
Vor allem VW war in der Vergangenheit weit vorn: Im
Zeitraum 2020 bis 2024 ermittelte die Studie bei keinem anderen
Konzern eine so hohe Innovationsstärke bei der Serienentwicklung wie
bei den Wolfsburgern. Das Gros entfielt dabei auf die Fahrassistenz.
In den vergangen beiden Jahren kamen die Wolfsburger dagegen
weltweit nur noch auf Platz sechs. Die fünf Plätze davor gingen
allesamt nach Asien.
"Die deutschen Automobilhersteller haben mit ihren
Level-3-Fähigkeiten eindrucksvoll gezeigt, dass autonomes Fahren
made in Germany möglich ist", sagte Levar Ussery, Automobil-Experte
bei Cisco in Deutschland. Diesen Vorsprung dürfe man nun nicht
aufgeben. "Das vernetzte Auto muss ein deutscher Exporterfolg
bleiben." Die IT-Infrastruktur und KI-unterstützte digitale
Netzwerke seinen dabei "der Schlüssel, damit die deutschen
Hersteller weiterhin diese Innovationskraft halten können".
Für die Studie wurde die Innovationsstärke von 28 globalen
Automobilhersteller-Gruppen verglichen. Untersucht wurden insgesamt
mehr als 750 Innovationen, davon gut 500, die in die
Serienproduktion einflossen. Für die Berechnung der
Innovationsstärke wurden die einzelnen Neuerungen nach ihrer
Bedeutung und Tragweite gewichtet./fjo/DP/zb
ISIN DE0005190003 US3453708600 DE0007100000 US17275R1023
AXC0027 2025-11-19/06:03
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Autor: - dpa-AFX
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