| ROUNDUP: Nord-Stream-Verdächtiger in Deutschland in U-Haft |
| 28.11.2025 13:45:00 |
Nach seiner Auslieferung aus Italien ist ein
mutmaßlicher Drahtzieher der Nord-Stream-Anschläge in Deutschland in
Untersuchungshaft gekommen. Ein Ermittlungsrichter des
Bundesgerichtshofs eröffnete dem Ukrainer Serhij K. in Karlsruhe den
Haftbefehl und setzte diesen in Vollzug, wie eine Sprecherin der
Bundesanwaltschaft bestätigte. Wohin der Verdächtige nun gebracht
wird, wollte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft nicht
kommentieren.
Die Anschläge auf das frühere deutsch-russische Prestigeprojekt
hatten im Herbst 2022 weltweit Schlagzeilen gemacht. Mehrere
Sprengungen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm
beschädigten die beiden Pipelines so sehr, dass kein Gas mehr
durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss zuvor
russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war infolge des
russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine noch nicht in Betrieb.
Rechtsstreit um die Auslieferung
Für die Anschläge wurde bislang niemand zur Rechenschaft gezogen.
Ende August konnte der mutmaßliche Drahtzieher an der Adria-Küste im
Urlaub mit seiner Familie gefasst werden. Über Monate wehrte Serhij
K. sich gegen seine Auslieferung an Deutschland. Zwischenzeitlich
war er im Hungerstreik, weil er sich schlecht behandelt fühlte.
Vergangene Woche hatte das oberste Gericht in Italien dann grünes
Licht für die Auslieferung gegeben.
Am Donnerstag war der Ukrainer an die deutschen Behörden übergeben
und mit dem Hubschrauber nach Karlsruhe gebracht worden. Es wird
vermutet, dass er später am Hanseatischen Oberlandesgericht in
Hamburg vor Gericht kommt. Dazu müsste die Bundesanwaltschaft aber
zunächst dort eine Anklage erheben und der zuständige
Staatsschutzsenat müsste diese zulassen. Wann es so weit sein
könnte, ist unklar.
Polen lehnte Auslieferung eines anderen Verdächtigen ab
Die Bundesanwaltschaft wirft Serhij K. unter anderem das
gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und
verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll zu der Gruppe gehören,
die im September 2022 Sprengsätze an den Gaspipelines platzierte.
Den obersten Strafverfolgern zufolge war er einer der Koordinatoren
der Operation. Serhij K. bestreitet die Vorwürfe.
Nach Überzeugung der Ermittler sollen zu dem Siebener-Team auch vier
Taucher gehört haben. Für die Anschläge soll die Truppe eine
Segeljacht namens "Andromeda" angemietet haben, die sie von Rostock
hinaus auf die Ostsee brachte. Ein mutmaßlich beteiligter Taucher
saß zeitweise in Polen in U-Haft. Dort lehnte die Justiz eine
Auslieferung an Deutschland jedoch ab. Inzwischen ist der Ukrainer
wieder frei./jml/avg/cs/DP/mis
AXC0163 2025-11-28/13:45
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Autor: - dpa-AFX
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