Unterschiedliche Reaktionen auf Koalitionsvereinbarung zur Rente
28.11.2025 17:12:00

Kritik von den Arbeitgebern, weitergehende Forderungen von den Gewerkschaften: Die Vereinbarung der Koalitionsspitzen im Rentenstreit stößt auf unterschiedliche Reaktionen.
"Die Kritik der Arbeitgeber am Rentenpaket der Bundesregierung bleibt unverändert bestehen. Die Beschlüsse des Koalitionsausschusses ändern daran nichts", sagte für die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ihr Präsident Rainer Dulger. "Prüfaufträge an eine Kommission und Absichtserklärungen ersetzen keine Reform." Das Paket sei nicht generationengerecht und verenge den Spielraum für notwendige Anpassungsmaßnahmen.
Ähnlich sieht das eine der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer. "Es wäre besser gewesen, das Rentenpaket zu stoppen - und das ganze nochmal im Lichte von möglichen Reformvorschlägen zu diskutieren", sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft im ARD-Interview der Woche.
DGB: Koalitionsfraktionen müssen Geschlossenheit zeigen
Demgegenüber forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund, das
Rentenpaket so zu verabschieden. "Die Koalitionsfraktionen müssen
jetzt Geschlossenheit für das Rentenpaket und das
Betriebsrentenstärkungsgesetz zeigen und für Sicherheit sorgen",
sagte DGB-Vorständin Anja Piel. "Junge und Alte brauchen eine
Rentenreform, die zu mehr Rente für alle führt." Die Unternehmen
dürften sich dem nicht verweigern. "Ein Zwang zum längeren Arbeiten
durch höhere Altersgrenzen, steigende Abschläge oder sinkendes
Rentenniveau sind aber der falsche Weg."
	
Die Spitzen von CDU, CSU und SPD hatten sich im Koalitionsausschuss zuvor verständigt, am geplanten Rentenpaket festzuhalten, es aber mit der Zusage von Reformschritten zu verbinden. Ob das angesichts der Unverbindlichkeit reicht, um Kritiker unter den Unionsabgeordneten zur Zustimmung zu bewegen, ist aber offen./and/DP/zb
AXC0219 2025-11-28/17:12
Autor:  - dpa-AFX
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