| WOCHENAUSBLICK: Startschuss für Jahresendrally im Dax? |
| 01.12.2025 05:50:00 |
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können in
der neuen Woche auf eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends
hoffen. "Die KI-Werte wurden geerdet, das Fundament aus der
Berichtssaison ist robust und die US-Notenbank Fed ist auf
Zinssenkung im Dezember programmiert", schrieben die Autoren des
Bernecker-Börsenbriefs. Die Ausgangslage für eine Jahresendrally sei
gegeben. Obendrein könnten auch die Friedensverhandlungen im
Ukraine-Krieg dem Dax weiteren Rückenwind liefern.
"Noch allerdings steht die jüngste Erholungsbewegung auf wackeligen
Beinen", gab Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker
Robomarkets zu bedenken. Erst mit einem Sprung über die
50-Tage-Durchschnittslinie im Bereich um 23.850 Punkte könne der
Leitindex genug Kraft entwickeln, um die 24.000-Punkte-Marke ins
Visier zu nehmen und die Jahresendrally auf solidere Füße zu
stellen. Solange der Dax nicht unter 23.500 Zähler rutsche, stünden
die Chancen auf eine positive Dezember-Dynamik gut.
Aus Sicht von Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank
steht und fällt die aktuelle Börsenlaune mit der Einschätzung, ob
die US-Notenbank am 10. Dezember ihren Leitzins erneut senkt oder
nicht. Selbst wenn ein weiterer Zinsschritt ausbleibe, werde dieser
aber im kommenden Jahr nachgeholt. "Und sollte ab Mai 2026
tatsächlich Trumps gegenwärtiger Wirtschaftsberater Kevin Hassett
der neue Fed-Chef werden, wird die Zinssenkungsfantasie noch
fantasievoller", ergänzte Halver. Hassett gilt als Vertreter einer
lockeren Geldpolitik.
Gemessen an Terminkursen sei die Wahrscheinlichkeit auf eine
Zinssenkung wieder auf über 85 Prozent gestiegen, nachdem sie vor
Kurzem noch bei 50 Prozent gelegen habe, kommentierte Analyst Frank
Klumpp von der LBBW. Auch Anlagestratege Mark Dowding von RBC
BlueBay Asset Management hält weiter sinkende Zinsen für
wahrscheinlich, da der scheidende Notenbankchef Jerome Powell die
Märkte in der Vorweihnachtszeit nicht überraschen wolle. Er geht
davon aus, dass es Powells letzte geldpolitische Maßnahme wird.
Nach der feiertagsbedingten Pause an den US-Börsen dürften die
Impulse von Übersee allgemein wieder zunehmen. Allzu viele
Konjunkturdaten, welche die Geldpolitik der Fed beeinflussen
könnten, finden sich allerdings nicht auf der Agenda. Bereits zu
Anfang der Woche liegt der Fokus auf Einkaufsmanagerindizes. Da der
nächste Arbeitsmarktbericht infolge des Teilstillstands der
US-Regierungsbehörden erst nach der Zinsentscheidung veröffentlicht
wird, dürften Jobdaten des Dienstleisters ADP zur Wochenmitte
besonders viel Beachtung finden.
"Das europäische Highlight wird aus Makro-Perspektive jedoch die
Bekanntgabe der vorläufigen Inflationszahlen in der Eurozone für
November am Dienstag sein", schrieb Robert Greil, Chefstratege bei
der Privatbank Merck Finck. Im Wochenverlauf folgen außerdem noch
Arbeitsmarktzahlen, Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze aus dem
Euroraum. Am Freitag stehen die Auftragseingänge der deutschen
Industrie im Oktober an.
Unternehmensseitig lädt der Industriedienstleister Bilfinger
am Dienstag zum Kapitalmarkttag, ehe der
Kupferkonzern Aurubis am Donnerstag Jahreszahlen
vorlegt. International kommen am Mittwoch Zahlen von Textilkonzern
Inditex und SAP -Branchenkollege
Salesforce ./niw/tih/he
--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008
AXC0009 2025-12-01/05:50
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Autor: - dpa-AFX
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