| ROUNDUP: EU-Kommission will Pestizide unbefristet zulassen |
| 16.12.2025 18:37:00 |
Die EU-Kommission will, dass
Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat in der EU künftig zeitlich
unbefristet zugelassen werden können. Demnach sollen die bislang
erforderlichen regelmäßigen Neuzulassungen für Wirkstoffe
abgeschafft werden, wie aus einem Vorschlag der Behörde hervorgeht.
Die gefährlichsten Substanzen sollen davon ausgenommen werden.
Bislang nur befristete Zulassungen
Erneuerungen und gezielte Neubewertungen sollen nach Willen der
Kommission dann durchgeführt werden, wenn es wissenschaftliche
Gründe dafür gibt.
Bislang wird die Zulassung eines aktiven Wirkstoffs in der EU nur
für einen begrenzen Zeitraum bis zu 15 Jahren erteilt und muss
danach neu bewertet werden. Ohne erfolgreiche Erneuerung läuft die
Zulassung aus.
Der Vorstoß der EU-Kommission ist Teil eines Vorschlagpakets, mit
dem sie Verwaltungsaufwand und Kosten etwa für Produzenten,
Unternehmen und Behörden reduzieren will. Gleichzeitig sollen bei
der Lebens- und Futtermittelsicherheit hohe Standards
aufrechterhalten werden, wie die Behörde betont. Außerdem soll die
Planbarkeit beispielsweise für Landwirte verbessert werden.
Kommission: Millionen können eingespart werden
Für risikoarme Wirkstoffe sollen nach Willen der Kommission etwa
einfachere Verfahren gelten, um sie schneller zuzulassen und so auch
nachhaltige Pflanzenschutzmittel zu fördern. Auch sollen Produkte
gegen besonders schädliche Schädlinge schneller zugelassen werden.
Durch die Maßnahmen können Schätzungen der Kommission zufolge
Unternehmen jährlich etwa 428 Millionen Euro einsparen. Außerdem
rechnet die Behörde mit Einsparungen von jährlich etwa 660 Millionen
Euro bei den nationalen Verwaltungen. Dank einer besseren
Verfügbarkeit von Produkten sollen auch die Landwirte profitieren.
Bekannt ist etwa das umstrittene Pestizid Glyphosat, das die
EU-Kommission nicht als gefährlich einschätzt. Glyphosat ist ein
sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt.
Es wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen
"Roundup" genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln
verschiedener Hersteller enthalten.
Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033
verlängert. In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland,
sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für
die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt.
Europas Wettbewerbsfähigkeit soll verbessert werden
Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen den Vorschlag nun
diskutieren. Um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, versucht
Brüssel derzeit, viele Regeln zu entschlacken. Jüngst schlug die
EU-Kommission etwa vor, Umweltprüfungen für Genehmigungen zu
vereinfachen und beschleunigen. Schon davor gab es eine Einigung,
das europäische Lieferkettengesetz zum Schutz von Menschenrechten
abzuschwächen. Künftig soll es nur noch für wenige große Unternehmen
gelten.
Darüber hinaus will die EU-Kommission Europas Biotechnologie-Sektor
vorantreiben. Sie sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit,
strategische Autonomie und wirtschaftliche Sicherheit der EU, heißt
es. So sollen nach Willen der Behörde etwa entsprechenden
Unternehmen der Zugang zu Finanzierung erleichtert und
regulatorische Verfahren vereinfacht und beschleunigt
werden./rdz/DP/mis
ISIN DE000BAY0017 DE000BASF111 DE0005470405 US22052L1044 US3024913036
AXC0218 2025-12-16/18:37
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Autor: - dpa-AFX
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