| ROUNDUP: Roche und Novartis erzielen Einigung mit US-Regierung |
| 19.12.2025 22:01:00 |
Die monatelange Unsicherheit für die
beiden Pharmakonzerne Roche und Novartis
um die künftigen Medikamentenpreise in den USA hat
ein Ende. Am Freitagabend teilte die US-Regierung mit, dass sie mit
neun internationalen Pharmafirmen, darunter die Roche-Tochter
Genentech und Novartis, eine Einigung über tiefere
Medikamentenpreise in den USA getroffen hat.
Die anderen Unternehmen sind Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences,
Boehringer Ingelheim, Amgen , GSK ,
Sanofi und Merck & Co .
Genentech teilte am Freitagabend mit, dass die Vereinbarung auf die
Senkung der Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente abziele.
So soll etwa das eigene Influenza-Portfolio künftig über die
staatliche Plattform TrumpRx.gov sowie über das kürzlich gestartete
Direkt-an-Patienten-Programm des Unternehmens verfügbar gemacht
werden. Damit solle der Zugang zu bestimmten Medikamenten
erleichtert werden.
Bei Novartis hieß es, man habe sich "freiwillig verpflichtet",
mehrere Maßnahmen umzusetzen, um die Prioritäten der US-Regierung
bei den Medikamentenpreisen zu unterstützen. Dazu gehöre, künftige
Medikamente in Hochlohnländern zu vergleichbaren Preisen auf den
Markt zu bringen. Zudem wolle man Direkt-an-Patienten-Plattformen
für die Medikamente Mayzent (Siponimod), Rydapt (Midostaurin) und
Tabrecta (Capmatinib) aufbauen, die über die staatliche Plattform
TrumpRx zugänglich sein sollen.
Darüber hinaus plant der Konzern, sich um eine Teilnahme am
sogenannten Generous-Modell zu bewerben, das den Zugang zu
Medikamenten im US-Medicaid-Programm verbessern soll. Novartis
unterstütze zudem Initiativen, um das globale Ungleichgewicht bei
Investitionen in pharmazeutische Innovationen anzugehen.
Als Gegenleistung dafür sollen die (beiden) Pharmafirmen eine
Befreiung von Zöllen auf Pharmaprodukte in den USA für drei Jahre
erhalten.
Investitionen bekräftigt
Die beiden Schweizer Unternehmen bekräftigten dabei auch ihre
früheren Absichten, milliardenschwere Investitionen in den USA für
die Produktion von Medikamenten zu tätigen. Genentech wolle
insbesondere in Produktion, Infrastruktur sowie Forschung und
Entwicklung investieren, hieß es. Die Vereinbarung baue auf der
jüngst angekündigten Investition von 50 Milliarden US-Dollar in den
kommenden Jahren auf sowie auf dem Baustart einer neuen
Produktionsanlage in North Carolina.
Auch Novartis bestätigte frühere Ankündigungen, in den kommenden
fünf Jahren 23 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der US-Forschungs-
und Produktionsinfrastruktur investieren zu wollen. Seitdem habe man
etwa ein biomedizinisches Forschungszentrum für 1,1 Milliarden
Dollar in San Diego angekündigt, den Bau eines neuen Produktionshubs
in North Carolina gestartet sowie neue und geplante
Radioliganden-Therapie-Produktionsstätten in Kalifornien, Florida
und Texas vorangetrieben.
Zitterpartie beendet
Mit der Einigung endet eine seit Monaten andauernde Zitterpartie.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten Konzerne wie Pfizer
oder Astrazeneca Vereinbarungen mit
der Trump-Regierung getroffen. Die Vereinbarung ist Teil von
US-Präsident Donald Trumps Handels- und Zollpolitik. So waren
Arzneimittel zusammen mit Gold und Halbleitern von den Zöllen zwar
ausgenommen, aber Trump hatte mit möglichen künftigen Zöllen
gedroht. Denn die hohen Medikamentenpreise in den USA sind ihm ein
Dorn im Auge.
Im Sommer schickte er dann auch Briefe an 17 Pharmaunternehmen und
forderte sie auf, sich bereit zu erklären, ihre Medikamente über
eine Direktvertriebsplattform anzubieten, die künftigen Preise an
die in anderen Ländern geltenden Preise anzupassen und die Kosten
für ein Versicherungsprogramm der US-Regierung zu senken.
Für die beiden Schweizer Konzerne ist der US-Markt sehr wichtig. So
stammen bei Novartis mehr als 40 Prozent der jährlichen Einnahmen
aus den USA, während Roche nahezu die Hälfte seiner Umsätze in den
USA generiert.
Die Einigung mit den beiden Pharmariesen folgt nur einen Monat nach
dem Handelsabkommen, das die Schweiz mit den USA geschlossen hat.
Dadurch haben die USA die rekordhohen Zölle von 39 Prozent auf
Schweizer Importe auf neu 15 Prozent gesenkt./uh/rw/AWP/nas
ISIN US0311621009 CH0012005267 CH0012032048 GB00BN7SWP63 US58933Y1055
AXC0259 2025-12-19/22:01
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Autor: - dpa-AFX
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