| 'Längst geboten': Günther will bundesweite Zuckersteuer |
| 22.12.2025 05:42:00 |
Gegen Übergewicht und für eine gesündere Ernährung:
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther möchte sich für
die Einführung einer bundesweiten Zuckersteuer einsetzen. "Im ersten
Quartal des kommenden Jahres werden wir eine Bundesratsinitiative
ergreifen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". "Eine Zuckersteuer
ist politisch und ökonomisch längst geboten, weil zu starker
Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch
enorme gesellschaftliche Kosten verursacht."
Mitte Oktober hatte sich bereits Schleswig-Holsteins Landtag für
eine Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Soft- und
Energy-Drinks ausgesprochen. Das Parlament forderte die
Landesregierung mit den Stimmen fast aller Fraktionen auf, sich auf
Bundesebene für eine nationale Zuckersteuer oder Zuckerabgabe auf
Soft- und Energy-Drinks einzusetzen. Günther kündigte an, das Thema
zudem beim CDU-Bundesparteitag im Februar einzubringen.
Wer noch für eine Zuckersteuer ist
"Lieber wäre es mir, wenn wir das ohne staatliche Regulierung
hinbekämen - aber so weit sind wir offenbar noch nicht", sagte der
Regierungschef. Ärztevertreter fordern seit langem eine solche
Abgabe. Zuletzt hatte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas
Philippi von der Bundesregierung eine Zuckersteuer auf Softdrinks
gefordert.
Ärzte und Ärztinnen warnen, zu viel Zucker führe zu Adipositas,
Diabetes Typ 2, Karies und Fettlebererkrankung, hieß es. Nach
Ansicht der sächsischen Landesärztekammer hat sich in Ländern wie
Großbritannien und Mexiko gezeigt, dass eine Zuckersteuer und ein
Werbeverbot wirkten.
Was empfiehlt die WHO?
Laut einer im vergangenen Jahr von der Verbraucherorganisation
Foodwatch vorgestellten Analyse enthielten 136 untersuchte Getränke
wie Limonaden, Energydrinks und Fruchtsäfte im Schnitt 7,8 Prozent
Zucker. Das seien mehr als sechs Zuckerwürfel pro
250-Milliliter-Glas. In der Untersuchung hätten 117 der 136 Getränke
die Schwelle von 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter überschritten, ab
der in Großbritannien die Limo-Steuer fällig wird.
Für eine gute Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) Menschen mit gesundem Körpergewicht täglich nicht mehr als 50
Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als
25 Gramm (sechs Teelöffel)./cht/DP/zb
ISIN CH0038863350 DE0007297004 FR0000120644
AXC0035 2025-12-22/05:42
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Autor: - dpa-AFX
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