| Meyer-Werft-Sanierer kämpfen gegen 'Zettelwirtschaft' |
| 24.12.2025 15:12:00 |
Die Sanierer des in schweres
Fahrwasser gekommenen Kreuzfahrtschiffbauers Meyer Werft sehen noch
viel Arbeit bei der Verbesserung der Effizienz des
Traditionsunternehmens. Vor allem die Abschaffung einer im
Unternehmen herrschenden "Zettelwirtschaft" sei nötig, sagten
Geschäftsführer Bernd Eikens und Chefsanierer Ralf Schmitz im
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Ein Beispiel: Bislang würden Reklamationen zu Arbeiten von
Zulieferern bei der Abgabe der Schiffe mittels gelber Zettel
erfasst. "Wir sind dabei, das zu digitalisieren, wie es bei vielen
Bauunternehmen längst Standard ist", sagte Eikens.
Die Kosten laufen davon
Kurz vor Fertigstellung der Schiffe entstehe immer eine große
Hektik, um den Zeitplan einzuhalten, sagte Schmitz. Viele
Beschäftigte seien sogar nach der Ablieferung des Schiffes während
der Überführungsfahrt noch an Bord geblieben, um letzte Arbeiten
durchzuführen. Er habe das immer als die "Phase der gelben Zettel"
bezeichnet.
"Wenn Sie unter großem Zeitdruck stehen und letztlich sagen: alles
egal, Hauptsache das Schiff wird fertig, entstehen diese Probleme
und es laufen einem die Kosten weg", sagte Schmitz. Daher müssten
diese Prozesse digitalisiert werden. Bei den jüngsten Ablieferungen
sei es schon "atemberaubend viel besser" geworden: "Man muss ja
keinen Hehl daraus machen: Hier sind Riesenverluste gemacht worden."
In vielen Prozessabläufen habe es diese "Zettelwirtschaft" gegeben.
Gerade im kaufmännischen Bereich hätten in der Vergangenheit nicht
alle Abteilungen mit den gleichen Zahlen und Fakten gearbeitet. Bis
Mitte 2027 solle SAP unternehmensweit stabil genutzt
werden, erklärten die beiden Manager. Den Stand der Sanierung sehe
er derzeit zwischen 30 und 40 Prozent, sagte Eikens.
Einstieg von Bund und Land
Der Bund und das Land Niedersachsen hatten vor gut einem Jahr
jeweils 40 Prozent der Anteile an der finanziell angeschlagenen
Meyer Werft übernommen. Dafür flossen insgesamt 400 Millionen Euro.
Zudem gewährleisteten sie einen Kreditrahmen von insgesamt 2,6
Milliarden Euro.
Mitte Dezember hatten Bund und Land sowie die Meyer Werft einen
Großauftrag der Reederei MSC Cruises vorgestellt: Bis 2033 soll die
Werft vier Kreuzfahrtschiffe bauen, mit einer Option auf zwei
weitere bis 2035. Der Auftrag hat einen Umfang von bis zu zehn
Milliarden Euro.
Offshore-Plattformen und Marinetanker "hochdefizitäre" Aufträge
Die Werft habe in der Vergangenheit auch Aufträge angenommen, die
hochdefizitär seien, sagte Schmitz in dem Gespräch mit der Zeitung.
So gebe es für den Bau von Offshore-Plattformen keine adäquaten
Maschinen. Diese Aufträge müssten von Hand in riesigen Zelten
abgearbeitet werden. Zu den Geldvernichtern gehöre auch der Bau von
Marinetankschiffen, der in Rostock im Auftrag der federführenden
NVL-Group aus Bremen erfolgt. "Dadurch häufen sich beachtliche
Verluste an", sagte Schmitz./eks/DP/he
ISIN DE0007164600
AXC0032 2025-12-24/15:12
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Autor: - dpa-AFX
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