| Wirtschaftsweiser gegen schnellere Steuersenkung für Firmen |
| 31.12.2025 15:17:00 |
Der Wirtschaftsweise Achim Truger warnt die
Bundesregierung davor, die für 2028 geplante Senkung der
Körperschaftsteuer vorzuziehen. Zu einem entsprechenden Vorstoß
unter anderem von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte
Truger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Das ist eine
totale Schnapsidee. Die zusätzlichen Impulse daraus wären sehr
gering."
Angesichts der hartnäckigen Konjunkturschwäche hatte Söder jüngst
gefordert, Unternehmen schneller zu entlasten und die schrittweise
Senkung der Körperschaftsteuer von 2028 auf den 1. Juli 2026
vorzuziehen.
Eine sofortige Senkung würde große Löcher in die öffentlichen
Haushalte reißen, sagte Truger, der Mitglied im Sachverständigenrat
Wirtschaft ist. "Kontraproduktive Ausgabenkürzungen wären die Folge.
Das würde die Konjunktur am Ende sogar belasten", warnte er. "Man
sollte das unbedingt unterlassen."
Feiertag streichen? "Auswirkungen überbewertet"
Auf Gegenwind stieß bei ihm zudem der Vorschlag von Ökonomen und
Verbänden, einen Feiertag zu streichen, um die Konjunktur
anzukurbeln. "Die Auswirkungen halte ich für überbewertet", sagte
Truger. "Erstens ist es eine Besonderheit, die Konjunkturprognose
überhaupt so anzupassen, dass zusätzliche oder wegfallende Feiertage
eingerechnet werden. Andere Länder machen das nicht und es gibt auch
Länder, in denen Feiertage, die auf das Wochenende fallen,
nachgeholt werden." Zweitens sei derzeit eher mangelnde Nachfrage
das Problem. Truger verwies zudem darauf, dass Bayern besonders
viele Feiertage habe, wirtschaftlich aber nicht schwächer sei als
andere Bundesländer.
Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK),
Peter Adrian, hält es für sinnvoll, Feiertage zu streichen, um die
Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Die "Wirtschaftsweise" Monika
Schnitzer befürwortet die Abschaffung eines Feiertages zur
Finanzierung von Krisenlasten./als/DP/he
AXC0038 2025-12-31/15:17
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Autor: - dpa-AFX
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