| Irans Präsident fordert Solidarität statt Proteste |
| 31.12.2025 15:19:00 |
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat
die Bevölkerung dazu aufgerufen, Solidarität zu zeigen, statt
Proteste zu veranstalten. "Wir befinden uns in einer Situation, in
der es neben dem Druck durch ausländische Feinde leider auch im
Inland zu (Protest-)Handlungen kommt", sagte Peseschkian laut
Nachrichtenagentur Irna. In einer solchen Krise sei es entscheidend,
primär die Solidarität im Land zu stärken, um so die bestehenden
Probleme zu überwinden.
Kurz nach Beginn der Proteste hatte Peseschkian in einer kurzen
Botschaft wirtschaftliche Reformen versprochen und seine
Dialogbereitschaft erklärt. Bei den Demonstranten stieß dies jedoch
bislang auf keine Resonanz. Für sie sind der Präsident und seine
Politik die Hauptursache der aktuellen Wirtschaftsmisere in dem
eigentlich öl- und gasreichen Land.
Politische Führung spricht von ausländischer Verschwörung
Die Regierung führt die Proteste seit Sonntag auf eine "ausländische
Verschwörung" zurück, die das Land in Unruhen und Instabilität
stürzen wolle. Vor allem Israel, der Erzfeind des Irans, steht im
Mittelpunkt der iranischen Verschwörungstheorien. In den vergangenen
Tagen haben der israelische Geheimdienst Mossad und der ehemalige
Ministerpräsident Naftali Bennett die iranischen Demonstranten offen
unterstützt.
"Wir dürfen nicht zulassen, dass wirtschaftlicher Druck zu einem
Instrument der psychologischen Kriegsführung des Feindes wird",
sagte Vize-Innenminister Mohammed Bathaei dem Nachrichtenportal
"Tabnak". Jede entmutigende Botschaft könne ihm zufolge "ungewollt
im Interesse des Feindes wirken".
Am Mittwoch kam es den vierten Tag in Folge in der Hauptstadt
Teheran und weiteren Städten zu Protesten gegen das islamische
System. Dabei soll es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Polizei und
Sicherheitskräften gekommen sein. In Teheran wurden vier Studenten
an der Universität Teheran festgenommen. Berichte in sozialen Medien
über einen Toten in der südiranischen Provinz Fars konnten bislang
nicht verifiziert werden.
Auslöser der Proteste war ein plötzlicher Anstieg der Devisenkurse
am Sonntag. Die nationale Währung Rial fiel auf ein Rekordtief und
legte den Handel in den Geschäftsvierteln Teherans lahm. Die
zunächst wirtschaftlich motivierten Proteste nahmen rasch politische
Züge an - mit Parolen gegen das islamische System wie "Tod dem
Diktator"./pey/str/DP/he
AXC0042 2025-12-31/15:19
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Autor: - dpa-AFX
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