| Wadephul für durchgreifende Reform des UN-Sicherheitsrats |
| 02.01.2026 05:46:00 |
Außenminister Johann Wadephul fordert angesichts
häufiger Blockaden im UN-Sicherheitsrat "durchgreifende Reformen"
des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen (UN). "Der
Sicherheitsrat muss die Welt des 21. Jahrhunderts abbilden und nicht
die der unmittelbaren Nachkriegszeit nach 1945", sagte der
CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Deswegen
werden wir uns sehr stark dafür einsetzen, dass insbesondere der
globale Süden dort eine sehr viel stärkere Rolle bekommt."
Deutschland kandidiert im Juni 2026 für die Jahre 2027/2028 für
einen der nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen. Dem Rat gehören 15 der 193 UN-Mitgliedstaaten an. Fünf
Atom- und Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sind ständig dabei und
haben Vetorecht: die USA, China, Russland, Großbritannien und
Frankreich. Einige der anderen 188 Mitgliedstaaten wechseln sich auf
den verbleibenden zehn Sitzen alle zwei Jahre ab.
Indopazifik, Afrika und Lateinamerika rücken mehr in den Fokus
Auf die Frage, was er tun werde, damit sich Deutschland bei der Wahl
für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gegen Österreich
und Portugal durchsetze, sagte Wadephul: "In der Fußballsprache
würde ich sagen: Wir müssen immer auf jeder Position anspielbar sein
für unsere internationalen Partner."
Man formuliere angesichts des Klimawandels beispielsweise vor dem
Hintergrund der speziellen Situation, in der sich kleine
Inselstaaten befänden, gemeinsam mit ihnen "eine Klimaaußenpolitik,
die auf die besonderen existenziellen Herausforderungen dieser
Staaten Bezug nimmt". Auch 2026 wolle er globale Partnerschaften
suchen und stärken. "Dazu werden jetzt nach einem starken Engagement
in Europa und in Asien der Indopazifik, Afrika und Lateinamerika
gehören", sagte der Minister.
Wadephul über UN: Manches vereinfachen und verschlanken
Der UN-Sicherheitsrat habe am Beispiel seiner Resolution zur
Absicherung des Nahost-Friedensplans aber auch gezeigt, dass er
funktionieren könne, sagte Wadephul. Dennoch sei die Bundesregierung
der Auffassung, dass das Gremium eine durchgreifende Reform brauche.
Manches könne vereinfacht und verschlankt werden. Grundsätzlich
gehöre Deutschland zu den Verfechtern des Systems der Vereinten
Nationen und werde sich "nicht so zurückziehen, wie andere das getan
haben", sagte der Minister, ohne die USA direkt zu nennen.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Ende November am Rande eines
EU-Afrika-Gipfels in Angola Forderungen nach zwei ständigen
afrikanischen Sitzen im Sicherheitsrat unterstützt. Europa und
Afrika hätten zusammen mehr als 40 Prozent aller Stimmen in den
Vereinten Nationen. "Zusammen haben wir großes Gewicht. Dafür muss
Afrika aber international auch besser vertreten sein, so wie es dem
Gewicht dieses Kontinentes eben entspricht", sagte er./bk/DP/zb
AXC0017 2026-01-02/05:46
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Autor: - dpa-AFX
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