| NRW-Ministerpräsident ruft Bundesregierung zur Einigkeit im Wahljahr 2026 auf |
| 02.01.2026 05:47:00 |
Angesichts etlicher Landtags- und
Kommunalwahlen im neuen Jahr hat Nordrhein-Westfalens
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) an die Koalition im Bund
appelliert, sich zusammenzuraufen. Da die öffentliche Fokussierung
auf einzelne Äußerungen "ganze Empörungswellen" lostreten könne,
empfehle er, Debatten anders zu führen, antwortete Wüst auf Fragen
der Deutschen-Presse-Agentur zur Performance der Bundesregierung.
"Das bedeutet: Stärker auf Verständigung, klare Botschaften und
gemeinsame Prioritäten setzen", forderte der Chef der ersten
schwarz-grünen Landesregierung in NRW. "Zusammenarbeiten in einer
Koalition heißt, Dinge erst einmal intern zu klären, die Kraft und
Zeit in Lösungen und Ideen stecken, nicht in öffentliche
Auseinandersetzungen." Mehr Vertrauen in die Zusammenarbeit stärke
auch das Vertrauen der Menschen.
Nicht alles läuft rund in der schwarz-roten Zweckehe
"Gar keine Frage, Fehler wurden gemacht", bilanzierte Wüst. Für die
bevorstehenden Wahlen sei klar: "Die Menschen werden vor allem
darauf achten, welche Lösungen konkret umgesetzt werden. Politik
muss Wort halten."
Wer Stabilität liefere, verlässlich handele und die Probleme vor Ort
löse, gewinne auch Vertrauen. Das gelte ganz besonders für Kommunal-
und Landtagswahlen. 2026 werden Landesparlamente gewählt in
Baden-Württemberg (8. März), Rheinland-Pfalz (22. März),
Sachsen-Anhalt (6. September), Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
(beide am 20. September). Darüber hinaus stehen Kommunalwahlen an in
Bayern (8. März), Hessen (15. März) und Niedersachsen (13.
September). Die Landtagswahl in NRW ist erst im Frühjahr 2027.
Was ist die Antwort auf Rechtsaußen?
"Hier stehen die lokalen Themen im Fokus", unterstrich Wüst. Dabei
zeige sich: "Es gibt keinen Automatismus für Erfolge der
Rechtspopulisten und Extremisten." Gute, lösungsorientierte Politik
könne einen Unterschied machen.
So sei es etwa bei der Kommunalwahl in NRW im Herbst gelungen, das
Ergebnis der AfD rund 10 Prozentpunkte unter dem Bundesschnitt zu
halten. Allerdings hatten die Rechtspopulisten ihr landesweites
Ergebnis mit 14,5 Prozent im Vergleich zu 2020 fast verdreifacht.
Was die Bundesregierung hingekriegt hat
"Deutschland steht vor großen Herausforderungen", mahnte Wüst. "In
dieser Zeit schauen die Menschen natürlich besonders auf die Arbeit
der Bundesregierung." Die habe auch schon wichtige Dinge umgesetzt,
hob der CDU-Politiker hervor. Als Beispiele nannte er das
Sondervermögen, die Unterstützung der Bundeswehr, das neue Modell
für den Wehrdienst, die Eindämmung der irregulären Migration, das
Investitionssofortprogramm, den Zubau von Gaskraftwerken, den
Industriestrompreis, die Absenkung der Gasspeicherumlage, den
Netzentgelte-Zuschuss und die Reform des Bürgergeldes.
So habe die Bundesregierung in den vergangenen Monaten gezeigt, dass
sie die Herausforderungen angehen wolle und könne. "Ich habe volles
Vertrauen in die Arbeit des Bundeskanzlers", sagte Wüst über seinen
Parteikollegen Friedrich Merz, den der NRW-Landesverband kürzlich
bereits einstimmig zur Wiederwahl als CDU-Bundesparteichef nominiert
hatte.
Zum Erfolg verdammt
Eine potenzielle Bruchstelle, die es nicht erlauben würde, die
Koalition im Bund bis 2029 fortzusetzen, wollte Wüst nicht
definieren. "Entscheidend ist, dass die Partner immer bereit sind,
Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu finden, statt Probleme
hinauszuschieben oder auf Maximalforderungen zu bestehen",
argumentierte der 50-Jährige. "Deutschland braucht eine
handlungsfähige Bundesregierung - Stabilität ist gerade in diesen
Zeiten unverzichtbar."/beg/DP/zb
AXC0019 2026-01-02/05:47
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Autor: - dpa-AFX
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