| Aktien Frankfurt: Guter Start ins Börsenjahr 2026 |
| 02.01.2026 12:09:00 |
Am ersten Börsentag des Jahres 2026 hat der
Dax einen Teil seiner anfänglichen Gewinne gegen
Mittag abgegeben. Nach dem starken Jahr 2025 mit einem Gewinn von 23
Prozent hatte der deutsche Leitindex am Freitag mit einem Anstieg
bis auf rund 24.677 Punkte zunächst Kurs auf das Rekordhoch vom
Oktober bei 24.771 genommen, kam dann aber nicht mehr weiter.
Zuletzt notierte der Dax mit plus 0,13 Prozent auf 24.523 Punkten.
Allzu viel ist am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende
nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause rund um den
Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst ab der
kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen. Gerade bei etwas
kleineren Einzelwerten sind bei geringerem Handelsvolumen aber auch
größere Ausschläge möglich.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag
0,47 Prozent auf 30.761 Zähler. Der EuroStoxx 50 ,
Leitindex der Eurozone, stieg auf ein Rekordhoch und stand zuletzt
0,4 Prozent höher bei 5.815 Punkten. In London ließ der FTSE 100
erstmals in seiner Geschichte die runde Marke von
10.000 Punkten hinter sich.
Der europäische Rohstoffsektor setzte seinen
Aufwärtstrend fort. Gold und Silber blieben nach ihren Rallys 2025
gefragt. Technologiewerte gewannen ebenfalls
deutlich. Im MDax zogen etwa Aixtron um fast 8
Prozent an.
Mit Blick auf den Dax und das Jahr 2026 sind Experten optimistisch,
es gibt aber auch mahnende Stimmen. Analyst Frank Sohlleder vom
Broker ActivTrades hält den deutschen Leitindex im Vergleich zu den
heißgelaufenen US-Indizes für moderat bewertet. "Es mehren sich die
Anzeichen für eine signifikante Kapitalrotation: Investoren könnten
Gelder aus den USA abziehen und in die preiswerteren europäischen
Blue Chips umschichten", erläuterte er.
Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sieht
den Dax jedoch vor einem herausfordernden Börsenjahr. Die
Unternehmensgewinne seien im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekord
geklettert, die Aktienkurse allerdings deutlich stärker angestiegen
als die Gewinne.
Neben dem Dauerbrenner Künstliche Intelligenz (KI) - hier befürchten
Beobachter eine deutlichere Kurskorrektur in absehbarer Zeit -
bleiben geopolitische Krisenherde im Fokus. In Europa lässt im
Ukraine-Krieg ein echter Durchbruch weiterhin auf sich warten. In
Amerika sorgt das Vorgehen der USA gegenüber Venezuela für
Anspannung und in Asien könnte 2026 der China-Taiwan-Konflikt
stärker zum Thema werden.
So bekräftigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in seiner
Neujahrsansprache den Anspruch auf eine Wiedervereinigung mit
Taiwan. Das chinesische Militär hatte überdies diese Woche erneut
große Manöver rund um Taiwan abgehalten. Beobachter werteten die
Übungen unter anderem als Reaktion auf ein zuletzt genehmigtes
US-Waffenpaket für Taipeh.
Die Inselrepublik Taiwan wird demokratisch regiert und ist auch für
westliche Staaten unter anderem als Lieferant von Computerchips ein
kaum verzichtbarer Partner.
Rüstungsaktien waren 2025 erneut unter den stärksten Werten am
deutschen Aktienmarkt. Im Dax hatten Rheinmetall mit
einem Kurszuwachs von 154 Prozent die Nase vorn. Das Fortdauern des
russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und die damit
einhergehenden Verteidigungsausgaben westlicher Länder trieben den
Kurs nach oben.
An diesem Freitag legten Rheinmetall um 1,1 Prozent zu. Von ihrem
Rekordhoch bei mehr als 2.000 Euro von Anfang Oktober sind die Titel
aktuell aber noch ein Stück entfernt. Top-Wert im Dax vor dem
Wochenende waren die Anteile des Triebwerkherstellers MTU
mit plus 2,5 Prozent.
Auch die deutschen Stahlaktien Salzgitter und
Thyssenkrupp knüpften zum Auftakt 2026 an ihr starkes
Jahr 2025 an. Salzgitter schnellten um 7,6 Prozent hoch,
Thyssenkrupp gewannen 3,3 Prozent. Beide Aktien profitierten im
vergangenen Jahr von der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen
Wirtschaft sowie von Schutzmaßnahmen der EU-Kommission für Europas
Stahlwirtschaft, die unter Billigimporten von staatlich
subventioniertem China-Stahl leidet. Der Rüstungsboom sorgte
zusätzlich für positive Impulse.
Bei Salzgitter kommt der starke Lauf der Aurubis-Aktien
hinzu, Salzgitter hält an dem Kupferkonzern fast 30
Prozent. Die Hamburger Kupferhütte profitiert von der hohen
Nachfrage nach dem Industriemetall, das für den Ausbau der
Erneuerbaren Energien, die Elektromobilität sowie die Künstliche
Intelligenz unerlässlich ist. Die Papiere erreichten denn auch
direkt zum Jahresstart ein weiteres Rekordhoch. Zuletzt gewannen
Aurubis noch 1,1 Prozent./ajx/men
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0074 2026-01-02/12:09
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Autor: - dpa-AFX
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