| Studie: Ausländerinnen könnten Fachkräftelücke verkleinern |
| 03.01.2026 10:51:00 |
Arbeitslose, ausländische Frauen können wesentlich
dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Deutschland spürbar zu
reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des
Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen
Institut der deutschen Wirtschaft. Die rund 530.000 betroffenen
Frauen sollten schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden, sagte
Studienautorin Lydia Malin.
Die Expertin sieht ein großes Potenzial - auch für Engpassberufe wie
die Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Kinderbetreuung
und -erziehung. Da Ausländerinnen durchschnittlich jünger sind als
deutsche Frauen, könnten sie zudem dazu beitragen, die Folgen des
demografischen Wandels abzumildern. Laut Studie waren 2024 mehr als
40 Prozent aller Arbeitnehmerinnen in Deutschland in Berufen
beschäftigt, die vom Fachkräftemangel betroffen sind. Insgesamt sind
hierzulande etwa 1,3 Millionen Frauen arbeitslos, wie das Kofa
berichtet.
Viele Frauen suchen nach Job, für den sie überqualifiziert sind
Unternehmen empfiehlt die Studie, ausländische Frauen gezielt
anzusprechen und zu fördern. Neben Teilzeit sei es sinnvoll,
flexible Regelungen für Arbeitszeit und -ort sowie eine
Unterstützung bei der Kinderbetreuung anzubieten. Der Wunsch nach
reduzierter Stundenzahl ist unter arbeitslosen Frauen stark
ausgeprägt. Etwa ein Drittel strebt dies an - meist wegen familiärer
Verpflichtungen.
Der Untersuchung zufolge suchen ausländische Frauen häufig in
Berufen mit Fachkräftemangel nach Stellen - oft jedoch nach
Tätigkeiten, für die sie formal überqualifiziert sind. Dabei
verfügen sie vielfach über eine abgeschlossene berufliche oder
akademische Ausbildung. Gründe seien etwa nicht anerkannte
Abschlüsse oder die Schwierigkeit, eine Tätigkeit im erlernten Beruf
mit Betreuungspflichten zu vereinbaren.
Auch in Engpassberufen wie im Verkauf, der Buchhaltung oder bei
medizinischen Fachangestellten gibt es Malin zufolge viele
Ausländerinnen, die durch eine gezielte Ansprache und Förderung zur
Fachkräftesicherung beitragen können. Die Expertinnen raten
Arbeitgebern zu prüfen, ob die Qualifikation auch ohne formalen
Abschluss für eine Fachkraftstelle reicht - gegebenenfalls mit einer
zusätzlichen Fortbildung oder Nachqualifizierung. "In einigen
Berufen könnten die Fachkräftelücken ganz geschlossen oder zumindest
deutlich reduziert werden", so Malin./cr/DP/he
AXC0022 2026-01-03/10:51
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Autor: - dpa-AFX
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