| ROUNDUP 2: USA wollen Maduro zur Rechenschaft ziehen |
| 03.01.2026 12:17:00 |
(aktualisierte Fassung)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der von US-Streitkräften gefasste
venezolanische Staatschef Nicolás Maduro wird nach Angaben von
US-Vize-Außenminister Christopher Landau für seine "Verbrechen" zur
Rechenschaft gezogen. "Der Tyrann ist gestürzt", schrieb Landau auf
X. Maduro war in den USA schon 2020 unter anderem wegen
Drogenhandels angeklagt worden. Zudem setzte die US-Regierung eine
Art Kopfgeld auf ihn aus.
Am frühen Samstagmorgen hatte US-Präsident Donald Trump auf seinem
Online-Sprachrohr Truth Social einen großangelegten Angriff auf
Venezuela bestätigt, bei dem der Staatschef Maduro und dessen
Ehefrau gefasst und außer Landes gebracht worden seien. Für 11.00
Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) kündigte er eine Pressekonferenz an.
Dann sollen Details bekanntgemacht werden.
Venezuela spricht von toten Soldaten und Zivilisten
Bei dem US-Angriff in Venezuela kamen nach Regierungsangaben sowohl
Soldaten als auch Zivilisten ums Leben. "Wir verurteilen diesen
Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und
Zivilisten das Leben gekostet hat", sagte Venezuelas Vizepräsidentin
Delcy Rodríguez im Staatsfernsehen.
US-Außenminister Marco Rubio soll nach Angaben des republikanischen
Senators von Utah, Mike Lee, angekündigt haben, dass Maduro in den
USA vor Gericht gestellt werden soll. Die Militärschläge wurden
demnach "zum Schutz und zur Verteidigung" derer ausgeführt, die den
Haftbefehl vollstreckten. Lee, der zunächst Zweifel an der
Rechtmäßigkeit des US-Vorgehens geäußert hatte, zeigte sich damit
zufrieden. Das falle wohl unter Artikel zwei der US-Verfassung,
wonach US-Militärangehörige vor Angriffen oder bevorstehenden
Angriffen geschützt werden dürfen, so Lee nach einem entsprechenden
Telefonat mit Rubio. Rubio habe zudem gesagt, dass es keine weiteren
Angriffe auf Venezuela geben werde.
Maduro: USA wollen Machtwechsel erzwingen
Venezuelas autoritärer Staatschef Maduro wirft den USA schon lange
vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Nach seiner
von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkannte die
Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als
rechtmäßigen Staatschef an.
Außerdem gehen die US-Behörden davon aus, dass Maduro in
Drogengeschäfte verwickelt ist. Für Informationen, die zu seiner
Festnahme führen, hatten die USA eine Belohnung von bis zu 50
Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.
Angriffe wohl auf Militärstützpunkte und Häfen
Die Luftangriffe richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen
Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
Unter anderem soll Fuerte Tiuna - die wichtigste Militärbasis des
Landes - in Caracas angegriffen worden sein. In venezolanischen
Medien und sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und
Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen.
Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo
ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video
des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die
nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores
waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu
sehen.
Die venezolanische Regierung verurteilte die Militärschläge. Sie
stellten eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer
Mitteilung. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze - wie die
großen Ölvorkommen - Venezuelas anzueignen und einen
Regierungswechsel zu erzwingen. "Das wird ihnen nicht gelingen",
hieß es in der Mitteilung.
CBS: Trump segnete Angriffe bereits vor Tagen ab
Einem Medienbericht zufolge hatte Trump bereits vor Tagen grünes
Licht für Angriffe auf Venezuela erteilt. Militärvertreter hätten
erwogen, die Attacken an Weihnachten durchzuführen, berichtete der
US-Nachrichtensender CBS News unter Berufung auf zwei mit der
Angelegenheit vertraute Personen. Aufgrund der US-Luftschläge in
Nigeria gegen Ziele des Islamischen Staates (IS) seien die Pläne
dann allerdings verschoben worden.
USA haben massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten
Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär in der
Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote
angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100
Menschen getötet.
Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen
"Drogenumschlagplatz" in Venezuela angegriffen. "Es gab eine große
Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden",
sagte er.
Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv
aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der
weltgrößte Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" - begleitet von
weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region
verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz "Südlicher Speer"
("Southern Spear") gegen den Drogenschmuggel.
Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen,
sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen
Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen
Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Weltgrößte Ölreserven in Venezuela
Maduro wiederum unterstellt den USA, es auf Venezuelas riesige
Ölreserven abgesehen zu haben. Das südamerikanische Land verfügt mit
schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die
größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und
fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter
den Möglichkeiten zurück.
Das legen auch mehrere Manöver nahe, bei denen die USA zwei Öltanker
vor der Küste Venezuelas unter ihre Kontrolle gebracht haben. Bei
einem dritten Tanker hatten die Streitkräfte es zumindest
versucht./ngu/DP/he
AXC0042 2026-01-03/12:17
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Autor: - dpa-AFX
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