| Abschiebungen nach Afghanistan im neuen Jahr |
| 03.01.2026 16:04:00 |
Zu Beginn des neuen Jahres hat die
Bundesregierung ihre Abschiebungen von Deutschland nach Afghanistan
fortgesetzt. Bei den beiden Afghanen handelte es sich nach Angaben
des Bundesinnenministeriums um Straftäter.
Eine Sprecherin bestätigte in Berlin einen Bericht der "Bild" über
die Rückführung eines in Bayern wegen schwerer Körperverletzung und
Drogendelikten mehrfach verurteilten Mannes. "Bundespolizisten
übergaben den Mann und konsularische Papiere auf dem Flughafen an
Taliban-Offizielle", hatte das Blatt berichtet. Angewendet worden
sei ein neu etablierter Mechanismus der Einzelabschiebung. Wie die
Sprecherin weiter mitteilte, wurde am Freitag zudem ein weiterer
afghanischer Straftäter per Linienflug nach Afghanistan gebracht.
Dritte Abschiebung nach neuem Mechanismus
"Dies war bereits der dritte Straftäter, der innerhalb kürzester
Zeit mit dem neu etablierten Mechanismus abgeschoben werden konnte",
so die Sprecherin. "Im Jahr 2025 wurden 83 Straftäter nach
Afghanistan zurückgeführt."
Kurz vor Weihnachten war bereits ein mehrfach verurteilter
Straftäter aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben worden. Bayerns
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte damals gesagt: "Wir
machen mit den regelmäßigen Abschiebungen nach Afghanistan ernst."
Verständigung mit Taliban
Die frühere Bundesregierung von SPD, FDP und Grünen hatte solche
Abschiebungen wegen der Machtübernahme der Taliban zunächst
ausgesetzt. Erst unter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
wurden direkte Abschiebungen in das Land wieder aufgenommen. Das
Bundesinnenministerium hatte sich darüber laut einem Sprecher mit
"Vertretern der afghanischen De-facto-Regierung" verständigt.
Dobrindt hatte dem "Focus" gesagt: "Abschiebungen nach Afghanistan
sollen regelmäßig und regulär umgesetzt werden." Die Gesellschaft
habe ein Interesse daran, dass Straftäter das Land verlassen
müssten./bw/DP/he
AXC0074 2026-01-03/16:04
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Autor: - dpa-AFX
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