| ROUNDUP: Verstärkte Abschiebungen - Weitere Flüge nach Afghanistan |
| 03.01.2026 16:51:00 |
Zu Beginn des neuen Jahres hat die
Bundesregierung ihre Abschiebungen von Deutschland nach Afghanistan
fortgesetzt. Bei den beiden Afghanen handelte es sich nach Angaben
des Bundesinnenministeriums um Straftäter.
Eine Sprecherin bestätigte in Berlin einen Bericht der "Bild" über
die Rückführung eines in Bayern wegen schwerer Körperverletzung und
Drogendelikten mehrfach verurteilten Mannes. "Bundespolizisten
übergaben den Mann und konsularische Papiere auf dem Flughafen an
Taliban-Offizielle", hatte das Blatt berichtet. Angewendet worden
sei ein neu etablierter Mechanismus der Einzelabschiebung. Wie die
Sprecherin weiter mitteilte, wurde am Freitag zudem ein weiterer
afghanischer Straftäter per Linienflug nach Afghanistan gebracht.
Dritte Abschiebung nach neuem Mechanismus
"Dies war bereits der dritte Straftäter, der innerhalb kürzester
Zeit mit dem neu etablierten Mechanismus abgeschoben werden konnte",
so die Sprecherin zur jüngsten Abschiebung. 2025 wurden demnach 83
Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt.
"Es ist geplant, dass Rückführungen nach Afghanistan und Syrien
regulär und regelmäßig mit Linienflügen stattfinden sollen", so die
Sprecherin. Mit weiteren Rückführungen sei zu rechnen.
Kurz vor Weihnachten hatte die Bundespolizei bereits einen mehrfach
verurteilten Straftäter aus Bayern nach Kabul gebracht und dort den
Behörden übergeben. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU)
hatte damals gesagt: "Wir machen mit den regelmäßigen Abschiebungen
nach Afghanistan ernst."
Verständigung mit Taliban
Die frühere Bundesregierung von SPD, FDP und Grünen hatte solche
Abschiebungen wegen der Machtübernahme der Taliban zunächst
ausgesetzt. Erst unter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
wurden direkte Abschiebungen in das Land wieder aufgenommen. Das
Bundesinnenministerium hatte sich darüber laut einem Sprecher mit
"Vertretern der afghanischen De-facto-Regierung" verständigt.
Dobrindt hatte dem "Focus" gesagt: "Abschiebungen nach Afghanistan
sollen regelmäßig und regulär umgesetzt werden." Die Gesellschaft
habe ein Interesse daran, dass Straftäter das Land verlassen
müssten.
Mehr Abschiebungen insgesamt
Insgesamt hatten die Behörden die Zahl der Abschiebungen laut
Innenministerium im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Bis
einschließlich November wurden demnach 21.311 Personen
zurückgeführt. "Wir gehen für das Jahr 2025 von einer Steigerung von
Abschiebungen gegenüber dem Vorjahr von 20 Prozent aus", sagte die
Sprecherin.
Am Vortag hatte die CSU-Landesgruppe mit einem Positionspapier
insbesondere zu Syrerinnen und Syrern für Aufsehen gesorgt. Das
Papier war vor der traditionellen CSU-Winterklausur bekanntgeworden.
Demnach gehen den CSU-Abgeordneten die Verschärfungen in der
Migrationspolitik durch die schwarz-rote Bundesregierung noch nicht
weit genug. Sie fordern unter anderem eine Abschiebeoffensive, nicht
nur nach Afghanistan, sondern auch nach Syrien.
Erste Abschiebung nach Syrien
Vor Weihnachten hatte es die erste Abschiebung nach Syrien seit
Beginn des syrischen Bürgerkriegs gegeben. Im Flugzeug nach Damaskus
saß ein verurteilter Straftäter. Im Koalitionsvertrag hatten Union
und SPD angekündigt: "Nach Afghanistan und Syrien werden wir
abschieben - beginnend mit Straftätern und Gefährdern."
Insgesamt halten sich in Deutschland laut Ministerium 940.401
Personen mit syrischer und 448.744 mit afghanischer
Staatsangehörigkeit in Deutschland auf - jeweils mit
unterschiedlichem Aufenthaltsstatus./bw/DP/he
AXC0077 2026-01-03/16:51
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Autor: - dpa-AFX
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