| Erneut Unruhen im Iran - Augenzeugen: Tote |
| 03.01.2026 19:20:00 |
Bei den andauernden Unruhen im Iran ist es nach
Angaben von Augenzeugen im Westen des Landes zu gewaltsamen
Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften
gekommen. Augenzeugen in der Provinz Ilam berichten von mehreren
Toten und ebenso vielen Verletzten in der Kleinstadt Malekschahi.
Zudem seien mehrere Demonstrierende festgenommen worden.
Den Augenzeugen zufolge könnte die Rede des obersten Führers Ali
Chamenei die Sicherheitskräfte ermutigt haben, in Ilam härter gegen
die Demonstrierenden vorzugehen. In seiner ersten Stellungnahme zu
den Protesten hatte Chamenei am Samstag jeglichen Dialog mit den
"Unruhestiftern" abgelehnt und strenge Maßnahmen gegen sie
gefordert. Die Proteste bezeichnete er als Verschwörung in- und
ausländischer Feinde Irans, die konsequent unterbunden werden müsse.
Keine genauen offiziellen Zahlen zu Festnahmen und Toten
Da die Behörden keine genauen Zahlen zu Festnahmen und Todesfällen
nennen, lassen sich die Berichte in den sozialen Medien sowie die
vorliegenden Aussagen von Augenzeugen nicht unabhängig verifizieren.
Die Polizei spricht jedoch von einem "bewaffneten Aufstand", der
konsequent bekämpft werden müsse.
Auch in der Hauptstadt Teheran berichteten Augenzeugen von einer
neuen Verhaftungswelle gegen die Demonstrierenden. Besonders im
Stadtzentrum und in der Nähe der Universität Teheran soll es erneut
zu heftigen Protesten und Zusammenstößen mit Polizei und
Sicherheitskräften gekommen sein. Es soll auch zu Festnahmen
gekommen sein.
Oberster Führer Chamenei in der Kritik
Die Proteste richten sich mittlerweile in erster Linie gegen
Chameneis Person. Die Demonstrierenden werfen dem 86-jährigen
Kleriker vor, das Land mit seiner kompromisslosen Politik in die
internationale Isolation und damit in die schwerste Wirtschaftskrise
seiner Geschichte geführt zu haben. Zudem kritisieren sie, dass er
die finanziellen Ressourcen des Landes eher für den Kampf gegen
Israel als für die eigene Bevölkerung einsetze.
Die seit sieben Tagen andauernden Proteste, die ursprünglich in
Teheran begonnen hatten, weiteten sich Berichten zufolge inzwischen
auf mehr als 70 Prozent des Landes aus. Nach Angaben von
Menschenrechtsaktivisten sind bislang mindestens zehn Menschen ums
Leben gekommen, darunter auch ein Mitglied der Revolutionsgarden in
der Provinz Kurdistan im Westen des Landes - darin sind die jüngsten
Vorfälle nicht eingerechnet. Mehr als hundert Demonstrierende sollen
festgenommen worden sein. Einige dieser Fälle wurden auch von
Staatsmedien bestätigt./str/DP/he
AXC0106 2026-01-03/19:20
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Autor: - dpa-AFX
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