| ROUNDUP/Wegner zu Stromausfall: Täter 'offenkundig Linksextremisten' |
| 04.01.2026 12:25:00 |
Der große Stromausfall im Südwesten Berlins ist
Folge eines politisch motivierten Anschlags. Wie der Regierende
Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, waren die Täter "offenkundig
Linksextremisten". Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer
Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige
Leitungen beschädigt. "Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig
Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben
gefährden", sagte Wegner.
Der Anschlag sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen
Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200
Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7.000 Haushalte und
150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin
mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf,
Wannsee und Lichterfelde.
Stromausfall voraussichtlich noch bis Donnerstag
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz
Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die
Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am
Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder
versorgt werden.
Nach dem Brand tauchte ein Bekennerschreiben auf, das vom für
politische Straftaten zuständigen Staatsschutz auf Echtheit geprüft
wurde.
Laut Giffey fünf Hochspannungskabel zerstört
Bereits am Samstag sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin
Franziska Giffey (SPD), dass von einer mutwilligen Tat ausgegangen
werde. Die betroffenen, sehr dicken Hochspannungskabel wären sonst
kaum derart zu beschädigen.
Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden, sagte
Giffey am Samstagabend in der RBB-"Abendschau". "Die Kraft, mit der
eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand
erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte
auslösen können", sagte die Senatorin. "Eine Kugelbombe hätte
unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben
können."
Stromnetz Berlin: Reparatur technologisch herausfordernd
Ein Sprecher von Stromnetz Berlin sagte der dpa, dass derzeit an
zwei Stellen gearbeitet werde: Zum einen werde die beschädigte
Kabelbrücke am Teltowkanal repariert, zum anderen werde an einer
provisorischen Lösung für die betroffenen Haushalte gearbeitet.
Aktuell gehe man davon aus, dass die provisorische Lösung schneller
fertig sei.
Dafür sollen zwei Leitungen, die bisher nicht miteinander verbunden
waren, zusammengeführt werden. Das sei allerdings sehr kompliziert,
weil hier zwei verschiedene Kabeltechnologien im Einsatz seien: Ein
Kunststoffkabel trifft auf ein Ölkabel. Für die Verbindungen der
beiden Technologien brauche es speziell ausgebildete Experten,
Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine
möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele
Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische
Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig./nif/DP/zb
AXC0035 2026-01-04/12:25
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Autor: - dpa-AFX
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