| WDH/US-Ansprüche auf Grönland: Social-Media-Post löst Streit aus |
| 05.01.2026 05:26:00 |
(In der Meldung vom Sonntagabend wurden folgende Grammatikfehler
entfernt: 1. Absatz, zweiter Satz: «den» (statt: «die» Farben).
Letzter Absatz, zweiter Satz: «hinsichtlich der» (statt: «zu»))
NUUK/WASHINGTON (dpa-AFX) - Ein Social-Media-Beitrag hat zu
diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Dänemark geführt.
In dem Post auf X von Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie
Miller war eine Karte der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland in
den Farben der US-Flagge zu sehen. Dazu schrieb sie in
Großbuchstaben ein einziges Wort: "BALD". Katie Miller hat über
ihren Mann, Vize-Stabschef Stephen Miller, noch immer enge
Beziehungen ins Weiße Haus.
Nur einen Tag nach dem US-Angriff auf Venezuela schürte der Beitrag
neue Ängste vor US-Begehrlichkeiten auf das autonom verwaltete
Gebiet in der Arktis. US-Präsident Donald Trump ließ sich auch nicht
lange bitten und sagte dem Magazin "Atlantic" kurze Zeit später:
"Wir brauchen Grönland absolut." Die Insel sei "umzingelt von
russischen und chinesischen Schiffen". Trump hatte schon öfter damit
gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel
schloss er nicht aus.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen reagierte prompt, wie
die Nachrichtenagentur Ritzau meldete. In einer Mitteilung rief sie
die USA dazu auf, "mit den Drohungen gegen einen historisch engen
Verbündeten aufzuhören und gegen ein anderes Land und ein anderes
Volk, das deutlich gesagt hat, dass es nicht zum Verkauf steht."
Botschafter und grönländischer Regierungschef fordern Respekt
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatte sich zuvor
bemüht, die Wogen zu glätten. "Lassen Sie mich zunächst ganz ruhig
und ganz klar sagen, dass es weder Grund zur Panik noch zur
Beunruhigung gibt", schrieb er auf Facebook. Der Post Millers ändere
"rein gar nichts", so Nielsen und fügte hinzu: "Unser Land steht
nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in
sozialen Medien entschieden."
Das Bild sei aber respektlos, kritisierte er. Grönland sei eine
demokratische Gesellschaft mit Selbstverwaltung, freien Wahlen und
starken Institutionen. "Unsere Position ist fest im Völkerrecht und
in international anerkannten Abkommen verankert", so Nielsen weiter.
Auch Dänemarks Botschafter in Washington hatte verstimmt reagiert.
Er repostete die Karte auf X und schrieb dazu: "Nur eine freundliche
Erinnerung hinsichtlich der USA und Dänemark: Wir sind enge
Verbündete und sollten auch als solche weiter zusammenarbeiten." Die
Sicherheit der USA sei auch diejenige Grönlands und Dänemarks. Man
arbeite zusammen, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten.
Er erinnerte zudem an Erhöhungen im dänischen Verteidigungshaushalt.
Zum Schluss fügte er an: "Und ja, wir erwarten vollen Respekt für
die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark."/cmy/DP/zb
AXC0008 2026-01-05/05:26
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Autor: - dpa-AFX
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