| Grünen-Chefin Brantner: USA betreiben 'Imperialismus in Reinform' |
| 05.01.2026 05:28:00 |
Nach dem Angriff auf Venezuela hat die
Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner der US-Regierung um
Präsident Donald Trump "Imperialismus in Reinform" vorgeworfen. Zwar
sei der festgenommene Staatschef Nicolás Maduro "unbestreitbar ein
Tyrann", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". "Doch ein Land
militärisch zu bedrohen, ohne jede völkerrechtliche Legitimation,
und dabei unverhohlen zu erklären, man habe es auf dessen
Ölressourcen abgesehen - das ist Imperialismus in Reinform."
Nach dem Angriff auf Venezuela hatte Trump bei einer Pressekonferenz
erklärt, dass große US-Ölkonzerne Milliarden Dollar investieren
sollten, um die nach seinen Worten "schwer beschädigte"
venezolanische Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Von den Einnahmen
sollen aus seiner Sicht die Wirtschaft des südamerikanischen Landes
und auch die USA profitieren.
Droht "Zeitalter der Großmachtpolitik"?
Brantner warnte, dass die Welt vor einem "neuen Zeitalter der
Großmachtpolitik stehen" könnte, in dem souveräne Länder zu "bloßen
Interessengebieten der Mächtigen" würden. Das Verhalten der USA
könne daher auch Folgen für andere Nationen haben. "Trumps Worte
über Grönland müssen europaweit als Alarmzeichen begriffen werden",
sagte sie. Trump hatte seit seinem Amtsantritt immer wieder mit
Hinweis auf die nationale Sicherheit umstrittene Besitzansprüche auf
Grönland angemeldet und diese auch nach dem Angriff auf Venezuela in
einem Interview wiederholt.
Auch Europa müsse auf Drohungen der US-Regierung reagieren und
"endlich Stärke zeigen", forderte die Grünen-Politikerin. "Wer sich
klein macht vor Trump, der wird überrollt. Wer stark auftritt, wird
respektiert." Das gelte besonders für Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU), der aus ihrer Sicht derzeit versuche, eine Konfrontation
wegen Venezuela zu vermeiden. "Die Erfahrung lehrt jedoch: Trump
reagiert ausschließlich auf Entschlossenheit."/nkl/DP/zb
AXC0011 2026-01-05/05:28
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Autor: - dpa-AFX
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