| Facharzttermin binnen vier Wochen - Minister will Garantie |
| 05.01.2026 05:40:00 |
Patienten sollen demnächst schneller einen
Termin beim Facharzt bekommen, indem sie zuerst zum Hausarzt gehen -
diesen Plan der Bundesregierung unterstützt Niedersachsens
Gesundheitsminister Andreas Philippi. "Das lange Warten auf einen
Facharzttermin muss ein Ende haben", sagte der SPD-Politiker, der
dieses Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz innehat,
der Deutschen Presse-Agentur.
"Unser Ziel ist es, dass Haus- und Kinderärzte Patientenströme
besser steuern und an Fachärzte übermitteln - mit der Garantie,
innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu bekommen",
erklärte der Minister. "Wenn dies länger als vier Wochen dauert,
sollen die Patientinnen und Patienten einen Termin im Krankenhaus
bekommen." Ausgenommen wären Gynäkologen und Augenärzte.
Der Koalitionsvertrag von Union und SPD im Bund, den Philippi mit
ausgehandelt hat, spricht in dem Zusammenhang von einer
Termingarantie.
Philippi: Deutsche gehen öfter zum Arzt als Skandinavier
Der Minister will außerdem die Arztkontakte von chronisch Kranken
reduzieren, denen es ansonsten gut geht. "Wenn jemand zum Beispiel
Bluthochdruck hat und regelmäßig Tabletten braucht, dann muss er
bisher jedes Quartal zum Arzt. Das kostet Zeit. Hausärzte sollten
die Tabletten künftig per Jahresverordnung verschreiben können",
sagte er.
Die Menschen in Deutschland gingen im Schnitt drei bis vier Mal
häufiger zum Arzt als in Schweden oder Dänemark. Das hänge mit der
Steuerung der Patientinnen und Patienten zusammen. "Viele
Krankheitsbilder, die auch digital per Telemedizin gelöst werden
können, finden hier immer noch im persönlichen Kontakt statt", sagte
Philippi.
In Dänemark etwa komme es bei leichten bis mittleren Beschwerden
erst zum persönlichen Austausch, wenn die Schmerzen länger anhielten
oder die empfohlenen Medikamente nicht zu einer Besserung führten.
"Das führt dazu, dass die Praxen und Notfallambulanzen dort nicht so
voll sind wie bei uns."
KI-Analyse von Beschwerden? "Das spart viel Zeit"
Philippi richtete auch einen Appell an die Ärzteverbände: Es wäre
gut, wenn diese sich trauen würden, die Möglichkeiten der digitalen
Anamnese stärker zu nutzen, sagte er. "Es gibt Algorithmen, mit
denen Beschwerden angegeben und dann über KI-gesteuerte
Anamnesebögen sehr genau herausgefiltert werden können." Das zeige,
ob ein Besuch in einer Praxis wirklich erforderlich sei. "Das spart
den Ärztinnen und Ärzten viel Zeit", sagte Philippi./cwe/DP/zb
AXC0030 2026-01-05/05:40
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Autor: - dpa-AFX
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