| Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise nach US-Angriff auf Venezuela tiefer / Mittelfristig höheres Ölangebot in Aussicht - Nach Maduro-Gefangennahme und Schalte der OPEC+ |
| 05.01.2026 10:36:00 |
Die Ölpreise haben mit Kursverlusten auf die
Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch
die Vereinigten Staaten reagiert. Nach moderaten Schwankungen
kostete Öl am Montagvormittag etwas weniger als noch Ende
vergangener Woche. Derzeit wägen die Investoren die kurz- und
mittelfristigen Auswirkungen des US-Angriffs auf das ölreiche
südamerikanische Land ab.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur
Lieferung im März lag zuletzt bei 60,18 Dollar und damit ein Prozent
unter dem Freitagsschluss. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI
mit Lieferung im Februar fiel um 1,1 Prozent auf 56,67 Dollar.
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in
Venezuela angegriffen, den autoritären Präsidenten Maduro gefangen
genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll nun in New York wegen
angeblicher Drogendelikte der Prozess gemacht werden.
Venezuela hat zwar riesige Ölvorkommen, kann diese aber derzeit
wegen einer maroden Infrastruktur kaum fördern. Daher steuert das
Land derzeit weniger als ein Prozent zur weltweiten täglichen
Ölproduktion bei und hat zudem wegen des politischen Drucks durch
die Vereinigten Staaten kaum Abnehmer. US-Präsident Donald Trump
beabsichtigt, die Förderung in dem Land mithilfe der großen
US-Ölkonzerne wiederzubeleben.
Dies könnte mittelfristig zu einem weiter steigenden Ölangebot
führen. Experten gehen ohnehin davon aus, dass dieses im Laufe des
Jahres weiter anziehen wird. Das Ölförderkartell OPEC+, das von
Russland und Saudi-Arabien angeführt wird, hatte die Produktion im
vergangenen Jahr peu à peu ausgeweitet. Da der Ölpreis unter anderem
deswegen stark unter Druck geraten ist, soll das Ölangebot im ersten
Quartal erst einmal nicht weiter erhöht werden.
Vertreter des Ölförderkartells hatten diese Entscheidung erst am
Sonntag bekräftigt. In einer zehnminütigen Videokonferenz sei nicht
über die Lage in Venezuela gesprochen worden. Das Land gehört zu der
Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC). Diese umfasst
Algerien, Äquatorial-Guinea, Gabun, Irak, Iran, Kongo, Kuwait,
Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Venezuela und die Vereinigten
Arabischen Emirate.
Um die Ölproduktion besser zu steuern, hatte die OPEC den Kreis
der Staaten, die mitsprechen dürfen, um Länder wie Russland,
Brasilien und Mexiko zur sogenannten OPEC+ erweitert.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder
(OPEC) ist gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Montag in Wien
mitteilte, betrug der Korbpreis am Freitag 59,81 US-Dollar je Barrel
(159 Liter), nach 61,01 Dollar am Mittwoch. Die OPEC berechnet den
Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis setzte seine Erholung angesichts der geopolitischen
Unsicherheiten weiter fort. Vergangene Woche hatten noch
Gewinnmitnahmen die Edelmetallpreise gedrückt. Eine Feinunze (31,1
Gramm) kostete zuletzt 4.433,41 Dollar und damit 2,5 Prozent mehr
als am Freitag.
spa/rst
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Autor: - APA/spa/rst
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