| Aktien Frankfurt: Konjunkturhoffnungen und Rüstung hieven Dax auf Rekordhoch |
| 05.01.2026 12:08:00 |
Die Aussicht auf eine Belebung der deutschen
Wirtschaft im neuen Jahr hat den Dax am Montag auf
ein Rekordhoch getrieben. Mit einem Anstieg bis zu 1,2 Prozent auf
24.825 Punkte hatte der deutsche Leitindex im frühen Handel seine
alte Bestmarke aus dem Oktober hinter sich gelassen. Gegen Mittag
notierte das Börsenbarometer mit 24.713 Punkten noch 0,7 Prozent im
Plus.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,4 Prozent
auf 31.104 Zähler. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der
Eurozone, setzte seinen Rekordkurs fort und stieg um 0,7 Prozent.
Bereits gegen Ende 2025 hatten Anleger hierzulande zunehmend auf
eine Belebung der deutschen Wirtschaft durch die
schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der
Bundesregierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.
"Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale
Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft - getragen von den
Reformhoffnungen unter der Regierung Merz - in die Kurse
einzupreisen", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus
ActivTrades. Dennoch bleibe die Marktdynamik vorerst fragil, da das
Handelsvolumen nach den Feiertagen erst allmählich wieder anziehe.
Am Montag waren denn auch Aktien etwa aus dem Autosektor sowie von
IT-Dienstleistern, die überwiegend mittelständische Unternehmen und
den Staat bedienen, gefragt.
Zudem griffen die Anleger bei Rüstungsaktien zu. So schnellten
Rheinmetall an der Dax-Spitze um 7 Prozent in die
Höhe. Unter den besten Werten im MDax zogen die Aktien des
Panzergetriebeherstellers Renk um 6,3 Prozent und die
des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt um 6,6
Prozent an.
Damit holten die Rüstungswerte ihre Verluste des vierten Quartals
weiter auf. Da hatten viele Anleger die zuvor bärenstarken
Kursentwicklungen genutzt, um Kasse zu machen - auch in der Hoffnung
auf ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die
Ukraine.
Rüstungswerte profitieren nun davon, dass es nach wie vor keine
Lösung für den Ukraine-Krieg gibt. Hinzu kommt jetzt noch die
Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Venezuela. Zudem
drohte nach dem Angriff auf Venezuela US-Präsident Donald Trump
jetzt auch Kolumbien.
"Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit",
fuhr Sohlleder fort. Da Venezuela über signifikante Ölreserven
verfüge, beobachteten Marktteilnehmer die Reaktion der Energiepreise
und die daraus resultierenden Inflationserwartungen mit Argusaugen.
Sollte die geopolitische Instabilität zunehmen, könnte dies den
Risikoappetit der Anleger kurzfristig bremsen.
Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar zu den Aktien von
ASML blieben die Papiere des Branchenkollegen Aixtron
gefragt und stiegen um weitere 3,5 Prozent. Die Rally
des Chipindustrie-Ausrüsters Aixtron hatte im Herbst Fahrt
aufgenommen. So hatten Empfehlungen der Investmentfirma Kerrisdale
Capital und anschließend auch anderer Analystenhäuser frischen
Schwung verliehen. Im Kielwasser dessen zogen die Anteilsscheine des
Halbleiterindustrie-Zulieferers Siltronic an der
Spitze des Nebenwerte-Index SDax um 6,3 Prozent an.
Aktien von Rückversicherern hingegen gerieten unter Druck. Munich Re
verloren 1,2 Prozent und Hannover Re
1,7 Prozent. Analysten verwiesen auf Preisdruck bei der jährlichen
Vertragserneuerungsrunde./la/mis
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0118 2026-01-05/12:08
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Autor: - dpa-AFX
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