| AKTIEN IM FOKUS: Rückversicherer schwach - 'Preisdruck bei Erneuerungsrunde' |
| 05.01.2026 13:27:00 |
Preisdruck bei der
Vertragserneuerungsrunde der Rückversicherer hat am Montag die
Aktien der europäischen Anbieter weiter unter Druck gebracht. Im
Januar werden die Preise für Policen neu verhandelt und Analysten
verwiesen darauf, dass weitere goldene Zeiten nun vorerst vorbei
seien.
Munich Re büßten im deutschen Leitindex Dax
zuletzt 1,2 Prozent auf 533,80 Euro ein, nachdem sie
zum Jahresauftakt am Freitag bereits fast vier Prozent verloren
hatten. Hannover Rück gaben um 1,5 Prozent auf 253,00
Euro nach und haben damit seit Jahresanfang fünf Prozent eingebüßt.
Im Schweizer SMI sanken die im neuen Jahr erstmals
wieder gehandelten Papiere der Swiss Re zudem um 3,8
Prozent auf 127,75 Franken. Scor in Frankreich
verloren 1,1 Prozent auf 27,90 Euro, nach knapp zwei Prozent am
Freitag. Unter den kleineren Werten gaben in London an diesem Montag
Beazley um 2,6 Prozent auf 796 Pence nach und Hiscox
sanken um 1,4 Prozent auf 1.379 Pence.
"Nach der außergewöhnlich profitablen Periode von 2023 bis 2025
beschreiben die großen Rückversicherungsmakler die Erneuerungsrunde
zum 1. Januar 2026 als eine Phase der Abschwächung des harten
Marktes", schrieben die Analysten Michael Christodoulou und Michael
Huttner von Berenberg. Damit ist gemeint, dass die Zeiten, in denen
Rückversicherungsschutz aufgrund der Risikobewertung knapp und teuer
gewesen ist, in diesem Ausmaß ein Ende gefunden haben dürfte.
Die Versicherungskonzerne, erklärten die Berenberg-Experten weiter,
verfügten über reichlich Kapital. Zugleich habe sich der Wettbewerb
verschärft und die auf hohem Niveau angekommenen und nun an die
Risiken angepassten Preise in den Sach- und
Spezialversicherungssparten sänken. Entsprechend dürften die
Rückversicherer beginnen, ihre Margen verstärkt zu verteidigen,
während zugleich der Druck durch die Erstversicherer zunehme.
Auch Ivan Bokhmat von Barclays schrieb von einem deutlich
zunehmenden Preisdruck bei den Erneuerungen in diesem Jahr, was
zusätzliches Risiko für die Schätzungen erwarten lasse. "Während der
Rückgang der Preise für Sachkatastrophen im niedrigen zweistelligen
Bereich mit minus 12 Prozent den Erwartungen zu entsprechen scheint,
könnte sich dies mit Blick auf die breitere Abschwächung in anderen
Sparten anders verhalten", konkretisierte er seine Einschätzung.
Die künftige Rentabilität dürfte Bokhmat zufolge die
Eigenkapitalkosten der Rückversicherer zwar weiterhin decken, doch
Angebot und Nachfrage in den Jahren 2026 und 2027 dürften besser
aufeinander abgestimmt werden, erwartet er. Zudem werde der Bestand
an überschüssigem Kapital, der derzeit wohl bei 50 bis 100
Milliarden US-Dollar liege - "auch weiterhin die künftigen
Vertragsverlängerungen belasten, sodass der Markt bis April,
Juni/Juli und bis 2027 überversorgt sein dürfte".
Von dem durch die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 erfolgten herben
Rückschlag für die europäische Versicherungsbranche ,
hatte sich diese bis 2023 wieder vollständig erholt. Seither ging es
beständig und auch deutlich aufwärts: Bis Ende 2025 summiert sich
das Kursplus auf fast 60 Prozent./ck/mis/zb
ISIN CH0126881561 DE0008430026 DE0008402215 GB00BYQ0JC66 FR0010411983
AXC0144 2026-01-05/13:27
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Autor: - dpa-AFX
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