| Winterwetter hat europäische Länder fest im Griff |
| 05.01.2026 13:39:00 |
Starker Schneefall und eisige Temperaturen haben
in etlichen europäischen Ländern für chaotische Verhältnisse
gesorgt. Am Montag, als viele Menschen aus den Weihnachtsferien in
den Alltag starteten, kam es etwa in den deutschen Nachbarländern
Polen, Tschechien und den Niederlanden zu zahlreichen
Verkehrsstörungen. Auch in Deutschland bestimmten Schnee, Glätte und
Dauerfrost das Wetter zum Wochenstart, zu großen Einschränkungen kam
es dadurch aber nicht.
Am Großflughafen Schiphol in Amsterdam wurden am Morgen rund 450
Flüge gestrichen. Bis 13.00 Uhr sollen nur sehr wenige Flüge starten
können, hieß es vom Flughafen. Auch der Zugverkehr rund um die
niederländische Hauptstadt und Utrecht brach zwischenzeitlich
zusammen. Auf den Autobahnen kam es zu Hunderten Kilometern Stau.
Die polnische Eisenbahn PKP meldete teils stundenlange Verspätungen
und Ausfälle aufgrund von starken Schneefällen. Der Fernverkehrszug
Odra (Oder) zwischen Krakau und Berlin erreichte die deutsche Grenze
mehr als zweieinhalb Stunden später als geplant.
In der tschechischen Gemeinde Kvila im Nationalpark Böhmerwald nahe
der Grenze zu Bayern wurde ein Tiefstwert von minus 30,6 Grad
Celsius gemessen. Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes sollen
die Temperaturen in den nächsten Tagen landesweit nicht über den
Gefrierpunkt steigen. Auf den rutschigen Straßen kam es vor allem in
den Mittelgebirgen zu einer Reihe von Unfällen.
Geschlossene Schulen und Tiefstwerte
In Schottland konnten immerhin viele Kinder das Schneetreiben
genießen, am Morgen wurden Hunderte Schulen geschlossen. In vielen
Teilen Großbritanniens gilt seit mehreren Tagen eine Wetterwarnung
wegen des starken Schneefalls. Am Wochenende war in dem englischen
Ort Shap mit minus 10,9 Grad Celsius die kälteste Nachttemperatur
des Winters in England und Wales gemessen. In der Slowakei meldeten
die Meteorologen am Montag mit lokal bis zu minus 20 Grad Celsius
den bisher kältesten Morgen.
In Sarajevo fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee. Am Flughafen der
Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina war am Sonntag die Hälfte der
Flüge ausgefallen. In Rumänien waren insbesondere die
Karpatenregionen in Siebenbürgen betroffen: Mehrere Dörfer waren
wegen zugeschneiter Zufahrten isoliert. Mindestens 42.000 Haushalte
waren ohne Strom, weil Transformatoren durch heftigen Schneefall
beschädigt worden waren.
Die schwedische Polizei rief die Menschen dazu auf, das Auto stehen
zu lassen. "Sushi zu holen, ist keine Notwendigkeit!", hieß es dazu.
Auch am Stockholmer Flughafen Arlanda fielen zahlreiche Flüge aus
oder waren verspätet. Der Zugverkehr in mehreren Regionen wurde
zeitweise gestoppt, und Busse und Lastwagen rutschten von den
eisglatten Straßen.
In Österreich riefen die staatlichen Meteorologen eine Kältewarnung
für den Westen des Landes aus. Am Dienstag könnten die Temperaturen
auf bis zu minus 17 Grad fallen. Größere Schneefälle werden im
deutschen Nachbarland aber nicht erwartet
Unwetterlage in Spanien
In Spanien bringt das Sturmtief "Francis" Regen, Kälte, starken
Seegang und in höheren Lagen auch Schnee. Die Wetterbehörde Aemet
gab für Montag Warnungen für zehn Regionen des Landes heraus. Für
die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca und den meisten anderen
Gebieten gilt die dritthöchste Warnstufe Gelb. In Teilen von
Kantabrien im Norden, von Kastilien und León im Nordwesten und von
Katalonien im Osten des Landes herrscht unterdessen teilweise
Warnstufe Orange, die erhebliche Gefahr bedeutet.
Die stärksten Schneefälle konzentrieren sich in der ersten
Tageshälfte auf das weniger stark besiedelte Inland, die östliche
Hälfte des Landes sowie das Kantabrische Gebirge, wie der TV-Sender
RTVE berichtete. Auf drei Autobahnen und mehreren Landstraßen sorgte
das Wetter demnach für massive Einschränkungen. Nennenswerte
Zwischenfälle wurden sonst vorerst nicht gemeldet.
So wird das Wetter in Deutschland
In Deutschland soll das kalte Winterwetter laut Deutschem
Wetterdienst (DWD) zunächst anhalten. "Der Winter ist in Deutschland
eingekehrt und in vielen Regionen Deutschlands liegt aktuell Schnee,
der bei den meist frostigen Temperaturen in den nächsten Tagen auch
noch liegen bleiben wird", sagt Markus Übel vom DWD in Offenbach.
"Für die Regionen, in denen aktuell kein Schnee liegt, sieht es
Schnee-technisch hingegen mau aus", sagt Übel. Es sei zwar kalt
genug, doch nennenswerte neue Niederschläge seien in weiten
Landesteilen vorerst nicht zu erwarten.
Schnee an der Nordsee
Im Umfeld der Nordsee dagegen soll es zahlreiche und teils kräftige
Schneeschauer geben, die vor allem in Schleswig-Holstein
landeinwärts ziehen. Die meisten Nordseeinseln bekämen dadurch
zumindest wenige Zentimeter Neuschnee. "Strichweise kann es aber
auch mal in kräftigen Schauern, teils auch Gewittern, stark
schneien, sodass innerhalb weniger Stunden zehn Zentimeter oder mehr
fallen können."
Am wahrscheinlichsten sei dies auf Teilen der Nordfriesischen Inseln
und im anschließenden schleswig-holsteinischen Binnenland möglich.
Im großen Rest Deutschlands gestalte sich das Wetter dagegen
deutlich ruhiger./mj/DP/zb
AXC0154 2026-01-05/13:39
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Autor: - dpa-AFX
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