| ROUNDUP: Höhere Lebensmittelpreise sind für viele ein Sorgenthema |
| 06.01.2026 13:08:00 |
Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland
fühlt sich persönlich belastet durch Preissteigerungen, vor allem
bei Lebensmitteln. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale
Bundesverband (vzbv). Demnach machen sich 58 Prozent der Menschen
Sorgen mit Blick auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die
finanzielle Situation ihres Haushalts. 42 Prozent der rund 1.000
Menschen, die dazu im vergangenen November befragt worden waren,
gaben an, sich darüber eher wenig oder gar keine Sorgen zu machen.
Fokus auf Lebensmitteln und Energie
Für mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent) sind den
Angaben zufolge Lebensmittel der Bereich, in dem sie einen
Preisanstieg am meisten spüren. 16 Prozent der Befragten nannten
hier den Bereich Energie. Für elf Prozent sind die Gesundheitskosten
- etwa Krankenkassenbeiträge oder Pflege - am meisten gestiegen.
Mobilität, beispielsweise Fahrkarten oder Tanken, ist für vier
Prozent der Menschen in Deutschland der Bereich, wo sie am stärksten
Preissteigerungen spüren. Zwei Prozent der Befragten trauten sich
hier kein Urteil zu oder machten keine Angaben.
Um verdeckte Preissteigerungen durch Mogelpackungen und reduzierte
Qualität - etwa durch eine Reduzierung des Fruchtanteils im Saft -
sichtbar zu machen, sollte es aus Sicht des Verbandes eine
Kennzeichnungsverpflichtung im Geschäft geben. Die Vorständin des
Verbandes, Ramona Pop, sagt, die Frage der Lebenshaltungskosten habe
"politische Sprengkraft".
Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind seit 2020 um rund ein
Drittel gestiegen. Pop sagt: "Wir sehen auch die Beschwerden in den
Verbraucherzentralen, dass sich die Menschen über die
Preissteigerungen beschweren, über die Mogelpackungen, die im
Supermarkt stehen - und wir nehmen auch wahr, dass daraus natürlich
Frust entsteht." Vor allem Menschen mit geringem Einkommen, bei
denen Lebensmittel und Energie einen relevanten Anteil ihrer
Ausgaben ausmachten, merkten deutlich, "dass ihnen zum Leben sehr
wenig übrig bleibt".
Die Bundesregierung sollte ihrer Ansicht nach nicht nur für mehr
Transparenz im Supermarktregal sorgen, sondern auch eine
Preisbeobachtungsstelle einführen. Hier habe man etwa in Frankreich
gute Erfahrungen gemacht. Den Verbraucherzentralen gehe es auch
darum, "überhaupt mal rauszufinden, wo die Preise und wie die Preise
entstehen". Denn in Deutschland sei völlig undurchsichtig, wo die
Preissteigerungen im Lebensmittelbereich eigentlich herkommen .
Hersteller oder Handel?
Die Frage, ob die Verantwortung eher beim Handel oder bei den
Herstellern zu suchen sei, könne die vzbv nicht beantworten, erklärt
die Vorständin des Bundesverbands. "Selbst die Kartellbehörden, alle
legen sich die Karten und sagen, man hat da keine richtige
Einsicht." Manche sagten, es sei die Konzentration und die
Marktmacht des Einzelhandels. Andere sähen die Verantwortung vor
allem bei der lebensmittelverarbeitenden Industrie, die in den
vergangenen Jahren die Gewinne eingestrichen habe.
Verbraucher oder Unternehmen entlasten?
Mit ihrer Umfrage wollte der Dachverband auch herausfinden, in
welche Richtung die Bundesregierung aus Sicht der Konsumentinnen und
Konsumenten gehen sollte, um hier direkt Abhilfe zu schaffen. Die
Antwort fällt eindeutig aus. Auf die Frage, ob Verbraucher oder die
Wirtschaft, die ja beide durch steigende Preise belastet würden,
durch die Reduzierung von Steuern und Abgaben entlastet werden
sollten, antworteten 63 Prozent der Teilnehmer der Umfrage, die
Bundesregierung sollte eher Verbraucherinnen und Verbraucher
entlasten. Knapp ein Drittel (32 Prozent) sprach sich eher für eine
Entlastung der Wirtschaft aus. Insgesamt fünf Prozent äußerten sich
unschlüssig oder machten keine Angabe./abc/DP/mis
ISIN DE000SYM9999 CH0038863350 GB00B10RZP78 FR0000120644 US6092071058
AXC0139 2026-01-06/13:08
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Autor: - dpa-AFX
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