| Söder fordert Reform der Unternehmenssteuer ab 1. Januar 2026 |
| 06.01.2026 14:19:00 |
Die von der Bundesregierung für 2028 verabredete
Reform der Unternehmenssteuer muss nach Ansicht von CSU-Chef Markus
Söder um zwei Jahre vorgezogen und zeitnah umgesetzt werden. Das
Vorziehen der Unternehmenssteuerreform sei "zentral für dieses
Jahr", sagte der bayerische Ministerpräsident zum Auftakt der
CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon. Von der Summe her sei
dies "gar nicht viel, aber es ist zentral für Deutschland. Und das
müsste rückwirkend zum 1. 1. dieses Jahres passieren. Das wäre ein
Signal für die Wirtschaft, sehr stark."
Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD auf eine Senkung der
sogenannten Körperschaftsteuer in fünf Schritten um jeweils einen
Prozentpunkt beginnend mit dem 1. Januar 2028 geeinigt.
Koalitionsvertrag soll sich der Wirtschaft unterordnen
Aus Söders Sicht muss diese Verabredung aus dem Koalitionsvertrag
aber wegen der wirtschaftlich schlechten Lage beschleunigt werden.
Der Wirtschaft müsse sich jetzt "alles unterordnen. Das heißt, auch
der ganze Koalitionsvertrag muss sich danach zunächst mal in der
Prioritätensetzung danach definieren: Was nützt der Wirtschaft? Was
bringt Arbeitsplätze? Was bringt Wettbewerbsfähigkeit? Was macht uns
international stärker".
Nur so könne in Deutschland ein neuer Aufschwung organisiert werden,
betonte Söder. "Und deswegen ist es für uns zwingend, dass wir Dinge
beschleunigen, weil wir spüren, dass die Wirtschaft Unterstützung
braucht."
Ruf nach Stromsteuersenkung für alle Verbraucher
In dem Kontext nannte Söder auch die Senkung der Stromsteuer für
alle, "weil die Energiekosten schlicht zu hoch sind". Im vergangenen
Jahr hatte die Koalition die versprochene Senkung der Energiekosten
wegen der schlechten Haushaltslage nur für Teile der Industrie und
energieintensive Unternehmen beschlossen. Handwerker und
Privathaushalte blieben dabei außen vor.
Grundlegende Reform des Sozialstaats die auch "weh tun" wird
Aus der Sicht des CSU-Chefs erfordere die schwierige Lage in
Deutschland in diesem Jahr auch den Mut zu schwierigen
Entscheidungen, die auch "weh tun" werde. Dies gelte etwa für
notwendige Sozialreformen, der Sozialstaat brauche eine
Generalüberholung. "Es bringt nichts, dies weiter auf die lange
Bange zu schieben. Es braucht hier keine Kosmetik. Es braucht
grundlegende Entscheidungen", sagte Söder. Angesichts der immer
älter werdenden Gesellschaft müsse etwa die Arbeitszeit erhöht
werden.
Derartige Entscheidungen könnten die Koalition möglicherweise
zunächst unbeliebter in der Bevölkerung machen, sagte Söder. "Das
kann im ersten Moment auch ein, zwei Prozent kosten." Letztlich
seien sie aber alternativlos.
Als weitere Beispiele nannte Söder das ineffiziente
Gesundheitssystem, welches "vom Kopf auf die Füße gestellt werden"
müsse. Neben einer vereinheitlichten Digitalisierung seien weniger
Krankenkassen ein "ganz zentraler Ansatz, um die den enormen Aufwand
auch der Gebühren dort zu verändern. Und das Blaumachen muss
reduziert werden." Deswegen sei es ein wichtiger Ansatz, die
telefonische Krankschreibung zu beenden./had/DP/jha
AXC0162 2026-01-06/14:19
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Autor: - dpa-AFX
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