| ROUNDUP: Inflation 2025 bei 2,2 Prozent - Preisdruck lässt etwas nach |
| 06.01.2026 14:24:00 |
Der Preisdruck auf die Menschen in Deutschland
lässt etwas nach. Im Dezember sank die Inflationsrate auf 1,8
Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Noch
im November hatte die Rate bei 2,3 Prozent gelegen. Im neuen Jahr
erwarten Ökonomen wenig Entspannung bei den Verbraucherpreisen -
auch wenn eine erneute große Teuerungswelle als unwahrscheinlich
gilt.
Für höhere Preise sorgen vor allem teurere Dienstleistungen, zu
denen Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und
Restaurantbesuche zählen.
Im Jahresschnitt 2025 stiegen die Preise für Waren und
Dienstleistungen laut vorläufigen Daten um 2,2 Prozent. Damit lag
die Inflationsrate auf dem gleichen Niveau wie 2024.
Inflationsrate dürfte 2026 über zwei Prozent bleiben
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern. Ihr
finanzieller Spielraum schrumpft, Einkommenszuwächse werden von der
Inflation aufgezehrt.
Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate 2026 über der Marke von
2 Prozent bleibt. Mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023
nach dem russischen Überfall auf die Ukraine rechnet aber kein
Experte. Nach Prognose des Ifo-Instituts dürfte die Teuerungsrate
bei 2,2 Prozent in diesem Jahr und bei 2,3 Prozent 2027 liegen.
Dienstleistungen treiben Inflation an
Im Dezember verteuerten sich Dienstleistungen mit 3,5 Prozent
spürbar. Grund dafür sind meist gestiegene Löhne, die Unternehmen an
Kunden weiterreichen. Die Anhebung des Mindestlohnes zum 1. Januar
dürfte sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Die Lebensmittelpreise lagen im Dezember um 0,8 Prozent über dem
Niveau des Vorjahresmonats; der Wert liegt deutlich unterhalb der
allgemeinen Inflationsrate. So ist etwa Butter zuletzt billiger
geworden. Allerdings spüren die Menschen beim täglichen Einkauf,
dass die Preise für Nahrungsmittel insgesamt deutlich höher sind als
vor einigen Jahren.
Tanken und Heizen billiger
Entspannung gibt es zudem bei den Energiepreisen: Sprit, Strom und
Gas waren der Statistik zufolge im Dezember 1,3 Prozent günstiger
als ein Jahr zuvor. Von November auf Dezember 2025 blieben die
Verbraucherpreise unverändert.
Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die
schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank im
Dezember auf 2,4 Prozent. Sie bleibt damit noch leicht erhöht.
Steigende Löhne helfen
Je höher die Inflationsrate, desto weniger können sich die Menschen
für ihr Geld leisten. Zwar ist die Preiswelle ausgelaufen, die
Deutschland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erfasst
hatte. Damals verteuerten sich Energie und Lebensmittel rasant. Das
ließ die Inflationsrate hochschnellen auf 6,9 Prozent im
Jahresschnitt 2022 und 5,9 Prozent im Jahr 2023, bis sie sich 2024
normalisierte.
Gefühlt ist die Inflation aber viel höher: In einer Umfrage des
Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schätzten die Teilnehmer die
Teuerungsrate 2024 auf 15,3 Prozent - also rund siebenmal höher, als
sie tatsächlich war.
Immerhin: Durch steigende Löhne und die gedämpfte Teuerung haben
viele Menschen wieder mehr Geld in der Tasche. Seit mehr als zwei
Jahren wachsen die Löhne nach Abzug der Inflation.
Große Bedeutung für die EZB
Die Inflationsrate in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der
Eurozone, hat für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)
besondere Bedeutung. Sie peilt mittelfristig eine Inflationsrate von
2,0 Prozent für den Euroraum an. Bei einer solchen Teuerung sieht
die EZB ihre wichtigste Aufgabe erfüllt, für stabile Preise zu
sorgen.
Das Statistische Bundesamt berechnet jeden Monat, wie sich Preise
für Verbraucher entwickelt haben. Dazu notieren die Statistiker in
Geschäften, was Obst und Gemüse, Schuhe oder Möbel kosten. Wie hoch
ist die Wohnungsmiete, was kostet Sprit an der Tankstelle? Tausende
Einzelpreise von Waren und Dienstleistungen werden repräsentativ
nach dem stets gleichen Schema erfasst. Ein Teil der Preise wird
auch im Internet erhoben./als/ceb/DP/jha
AXC0163 2026-01-06/14:24
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Autor: - dpa-AFX
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