| 145 Länder einigen sich auf Kompromiss bei Mindeststeuer |
| 06.01.2026 14:41:00 |
Mehr als 145 Länder haben sich auf eine Änderung
des globalen Mindeststeuerabkommens verständigt und damit einen
Kompromiss mit den USA über die Besteuerung großer Konzerne
gefunden. Die nach monatelangen intensiven Beratungen gefundene
Einigung stelle sicher, dass Stabilität und Rechtssicherheit im
internationalen Steuersystem gewährleistet seien, teilte die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) in Paris mit.
Nach der 2021 von der EU, den USA und rund 130 Staaten vereinbarten
Mindeststeuer sollen internationale Firmen mit mindestens 750
Millionen Euro Jahresumsatz unabhängig von ihrem Sitz mindestens 15
Prozent Steuern zahlen. Damit soll die Verlagerung von
Unternehmensgewinnen in Steueroasen verhindert werden.
Kompromiss nimmt US-Unternehmen von globaler Steuer aus
Nach seinem Amtsantritt hatte US-Präsident Donald Trump die globale
Mindeststeuer für große Unternehmen in den USA für unwirksam
erklärt. Das Weiße Haus sah das globale Steuerabkommen als
unzulässigen Eingriff in nationale Hoheit über Finanzen und Steuern.
Die nun gefundene Einigung bedeutet, dass US-Unternehmen von der
globalen Mindeststeuer selbst ausgenommen werden, aber in einem
parallelen US-System einer Steuerpflicht unterliegen.
"Dieses Abkommen stellt einen historischen Sieg für die Wahrung der
Souveränität der USA und den Schutz amerikanischer Arbeitnehmer und
Unternehmen vor extraterritorialen Übergriffen dar", sagte
US-Finanzminister Scott Bessent. Das Abkommen gewährleiste, dass
amerikanische Unternehmen mit Hauptsitz in den USA nur der dortigen
Steuer unterliegen.
Klingbeil sieht ausgewogene Lösung
"Diese Einigung im Rahmen der OECD ist ein weiterer Erfolg im Kampf
gegen Steuerdumping und Steueroasen", sagte Bundesfinanzminister
Lars Klingbeil (SPD). Die globale Mindeststeuer sei essenziell
dafür, dass es in Europa und weltweit faire Wettbewerbsbedingungen
für Unternehmen gibt. "Wir haben eine ausgewogene Lösung gefunden,
die unsere Interessen schützt. Zudem werden Unternehmen entlastet,
indem die Anwendung der Regelungen einfacher wird."
Die EU-Kommission begrüßte die Einigung unter dem Dach der OECD
ebenfalls. Diese stabilisiere das globale Mindeststeuersystem und
gewährleiste die effektive Mindestbesteuerung multinationaler
Unternehmen. Der Kompromiss trage zu gleichen Wettbewerbsbedingungen
in der globalen Besteuerung bei./evs/DP/mis
AXC0175 2026-01-06/14:41
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Autor: - dpa-AFX
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