| ROUNDUP: Koalition der Willigen berät über Sicherheit für die Ukraine |
| 06.01.2026 16:07:00 |
Westliche Unterstützer der Ukraine sind in Paris
mit Vertretern der USA zu Beratungen über die Absicherung eines
möglichen Waffenstillstands oder Friedens für das von Russland
angegriffene Land zusammengekommen. Bei dem Treffen der sogenannten
Koalition der Willigen sollen Vertreter aus 35 Ländern dabei sein,
darunter 27 Staats- und Regierungschefs. Aus Deutschland reiste
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an.
Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Nato-Chef
Mark Rutte trafen in Paris ein. Für die USA nehmen der
US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von
US-Präsident Donald Trump, teil.
Selenskyj pocht auf bessere Flugabwehr
Die Gespräche seien dazu bestimmt, der Ukraine mehr Sicherheit und
Stärke zu bringen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj nach seinem Eintreffen in Paris in sozialen Medien. Das
Land zähle auf seine Partner und auf Schritte, die echte Sicherheit
garantieren könnten. Er forderte einmal mehr, dass die Flugabwehr
der Ukraine gestärkt werden müsse, da Russland seine Angriffe nicht
stoppe. Darüber habe er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel
Macron gesprochen.
Bei den Gesprächen der von Frankreich und Großbritannien angeführten
Koalition soll es auch um eine angedachte multinationale Truppe zur
Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine gehen.
Daneben wollen die Länder über die Unterstützung der ukrainischen
Armee, die langfristige Zusammenarbeit mit der Ukraine beim Thema
Verteidigung und die Unterstützung des Landes im Falle neuer
Angriffe beraten.
Worauf hat sich die Koalition bereits verständigt?
26 westliche Länder hatten sich im September bereit erklärt, Truppen
zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen
Russland und der Ukraine zu entsenden. Dabei geht es um Bodentruppen
oder Kräfte in der Luft oder auf See, die nicht unbedingt in der
Ukraine selbst, sondern auch in Grenznähe beziehungsweise der Region
zum Einsatz kommen können. Der Truppeneinsatz soll jede neue größere
Aggression verhindern und zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine
beitragen. Frankreich hatte mehrfach klargestellt, dass es nicht um
einen Fronteinsatz, sondern eine Friedenswahrung von weiter weg
gehe.
Aus französischer Sicht ist man sich unter Europäern, den USA und
der Ukraine über das Wesentliche einig - nämlich die Sicherheit der
Ukraine. Was genau die USA aber zur Wahrung eines Friedens in der
Ukraine beisteuern wollen, ist weiterhin unklar. Zuvor hieß es von
einem hochrangigen US-Beamten, dass kein Einsatz von US-Bodentruppen
geplant sei. Jüngste Gespräche hatte Witkoff immer wieder lediglich
als "produktiv" bezeichnet.
Trump hatte vor Monaten noch versprochen, dass es keinen Einsatz von
US-Truppen in der Ukraine geben werde. Die Vereinigten Staaten seien
aber bereit, die verbündeten Europäer zu unterstützen - etwa aus der
Luft.
Außerdem ist weiterhin offen, welche Länder sich konkret mit wie
vielen Soldaten und Militärgerät an einer Friedenstruppe beteiligen
wollen. Auch eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr ist noch
offen. Die Bundesregierung hatte sich noch nicht klar positioniert,
was sie zu einer Friedenstruppe beitragen würde.
Wie blickt Moskau auf die "Koalition der Willigen"?
Russland lehnt eine mögliche Präsenz ausländischer Truppen in der
Ukraine - zumal aus Nato-Staaten - strikt ab. Solche Einheiten seien
für die russische Armee ein legitimes Angriffsziel, heißt es.
Aus Moskauer Sicht ist die "Koalition der Willigen" ein europäisches
Projekt und wird deshalb abgelehnt. Kremlchef Wladimir Putin und
seine Führung setzen darauf, Konfliktfragen bilateral mit Trump zu
lösen. Den europäischen Staaten wirft der Kreml vor, sie wollten den
Krieg verlängern und seien Russland feindlich gesonnen - auch wenn
dieses sie gar nicht angreifen wolle./evs/DP/nas
AXC0196 2026-01-06/16:07
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Autor: - dpa-AFX
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