| 'Koalition der Willigen' will Ukraine Sicherheit garantieren |
| 06.01.2026 19:52:00 |
Westliche Unterstützer der Ukraine haben in Paris
mit Vertretern der USA über die Absicherung eines möglichen
Waffenstillstands oder Friedens für das von Russland angegriffene
Land beraten. "Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und
rechtlich verbindlicher Garantien zu verpflichten, das in Kraft
tritt, sobald eine Waffenruhe in Kraft tritt", teilte
EU-Ratspräsident António Costa nach den Beratungen der sogenannten
"Koalition der Willigen" mit. Die EU werde zu den Bemühungen
beitragen, die Sicherheitsgarantien zu gewährleisten, die die
Ukraine für jede Vereinbarung für einen dauerhaften Frieden
benötige.
Ein zentraler Punkt dabei ist der Plan, der Ukraine rechtlich
verbindlich zuzusichern, sie im Fall eines erneuten russischen
Angriffs nicht allein zu lassen, hieß es aus Verhandlungskreisen.
Die USA haben den Angaben zufolge zugesichert, die Koalition zu
unterstützen und bei der Überwachung eines Friedensabkommens eine
Schlüsselrolle einnehmen zu wollen.
An den Beratungen in Paris waren Vertreter aus 35 Ländern beteiligt,
darunter 27 Staats- und Regierungschefs. Aus Deutschland reiste
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an. Auch der ukrainische
Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Nato-Chef Mark Rutte nahmen an
dem Gipfel teil. Für die USA waren der US-Sondergesandte Steve
Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald
Trump, dabei.
Bei den Gesprächen der von Frankreich und Großbritannien angeführten
Koalition ging es auch um eine angedachte multinationale Truppe zur
Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine. Wie es
aus Verhandlungskreisen hieß, soll diese Truppe unter europäischer
Führung stehen und eine Kommandozentrale in Paris erhalten. Die USA
wollen diese Truppe demnach etwa mit ihrem Nachrichtendienst und
logistisch unterstützen.
Worauf hat sich die Koalition bereits verständigt?
26 westliche Länder hatten sich im September bereit erklärt, Truppen
zur Absicherung eines Waffenstillstands oder Friedens zwischen
Russland und der Ukraine zu entsenden. Dabei geht es um Bodentruppen
oder Kräfte in der Luft oder auf See, die nicht unbedingt in der
Ukraine selbst, sondern auch in Grenznähe beziehungsweise der Region
zum Einsatz kommen können. Der Truppeneinsatz soll jede neue größere
Aggression verhindern und zur dauerhaften Sicherheit der Ukraine
beitragen. Frankreich hatte mehrfach klargestellt, dass es nicht um
einen Fronteinsatz, sondern eine Friedenswahrung von weiter weg
gehe.
Aus französischer Sicht ist man sich unter Europäern, den USA und
der Ukraine über das Wesentliche einig - nämlich die Sicherheit der
Ukraine. Was genau die USA aber zur Wahrung eines Friedens in der
Ukraine beisteuern wollen, war lange unklar. Zuvor hieß es von einem
hochrangigen US-Beamten, dass kein Einsatz von US-Bodentruppen
geplant sei.
Trump hatte vor Monaten noch versprochen, dass es keinen Einsatz von
US-Truppen in der Ukraine geben werde. Die Vereinigten Staaten seien
aber bereit, die verbündeten Europäer zu unterstützen - etwa aus der
Luft.
Außerdem ist weiterhin offen, welche Länder sich konkret mit wie
vielen Soldaten und Militärgerät an einer Friedenstruppe beteiligen
wollen. Auch eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr ist noch
offen. Die Bundesregierung hatte sich noch nicht klar positioniert,
was sie zu einer Friedenstruppe beitragen würde.
Wie blickt Moskau auf die "Koalition der Willigen"?
Russland lehnt eine mögliche Präsenz ausländischer Truppen in der
Ukraine - zumal aus Nato-Staaten - strikt ab. Solche Einheiten seien
für die russische Armee ein legitimes Angriffsziel, heißt es.
Aus Moskauer Sicht ist die "Koalition der Willigen" ein europäisches
Projekt und wird deshalb abgelehnt. Kremlchef Wladimir Putin und
seine Führung setzen darauf, Konfliktfragen bilateral mit Trump zu
lösen. Den europäischen Staaten wirft der Kreml vor, sie wollten den
Krieg verlängern und seien Russland feindlich gesonnen - auch wenn
dieses sie gar nicht angreifen wolle./evs/DP/nas
AXC0247 2026-01-06/19:52
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Autor: - dpa-AFX
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