| CES/ROUNDUP 2: Siemens und Nvidia rufen neue industrielle Revolution aus |
| 07.01.2026 09:48:00 |
Der Industriekonzern Siemens
und der US-Chipriese Nvidia weiten ihre
Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich aus.
In der Keynote-Ansprache zur Eröffnung der Technikmesse CES kündigte
Siemens-Vorstandschef Roland Busch zusammen mit Nvidia-Chef Jensen
Huang mehrere Initiativen an, um KI nicht nur bei der Simulation von
Arbeitsabläufen und Designveränderungen einzusetzen, sondern den
KI-Einsatz stärker in die physische Realität zu holen. "Wir stehen
am Anfang einer neuen industriellen Revolution", sagte Huang. An der
Börse kam die Nachricht gut an.
Die Siemens-Aktie setzte ihren jüngsten Höhenflug fort. Das Papier
stieg im frühen Handel um zweieinhalb Prozent auf 253,80 Euro und
damit den höchsten Stand seiner 126-jährigen Börsengeschichte. In
den vergangenen zwölf Monaten verteuerten sich die Siemens-Anteile
um fast ein Drittel. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der
Kurs mehr als verdoppelt. Mit einem Börsenwert von mehr als 200
Milliarden Euro ist der Münchner Konzern nach SAP das
zweitwertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands.
Fabriken in Echtzeit simulieren
Zu den konkreten Neuerungen gehört der "Digital Twin Composer". Das
ist ein neues Tool, mit dem Unternehmen physikalisch korrekte,
virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte
erstellen können. Ingenieure sollen damit ganze Fabriken in Echtzeit
simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor
die echte Fabrik überhaupt gebaut wird.
Beide Unternehmen erklärten das Ziel, gemeinsam eine Art
Betriebssystem für den Einsatz künstliche Intelligenz in der
Industrie zu schaffen. Siemens liefert dabei das Fachwissen zu den
industriellen Prozessen, die Automatisierungs-Hardware und die
Software. Nvidia steuert wiederum mit seinen Chips die
KI-Infrastruktur sowie eine Simulationsplattform bei.
Busch sagte, dass es mit den neuen Tools möglich sei, bei der
Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen
Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge zu erfassen, sondern mit
Hilfe der KI konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs zu
erarbeiten.
Metaverse in der Fabrikhalle
Bei einer weiteren Neuerung arbeitet Siemens mit dem
US-Facebook-Konzern Meta zusammen. Dabei geht es um
intelligente Brillen, mit denen Industriearbeiter KI-gestützte
Anweisungen direkt in ihr Sichtfeld oder aufs Ohr gespielt bekommen,
während sie an Maschinen arbeiten.
Siemens positioniert sich mit den Aussagen von CEO Busch in Las
Vegas stärker als Technologieanbieter für industrielle KI und
digitalisierte Produktion - weg vom klassischen Maschinenbauer, hin
zu einem "Tech-Partner für KI in der realen Welt"./chd/DP/zb/mis
ISIN DE0007236101 DE0007164600 US67066G1040 US30303M1027
AXC0089 2026-01-07/09:48
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Autor: - dpa-AFX
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