| ROUNDUP: Nach Brandanschlag in Berlin soll wieder Strom fließen |
| 07.01.2026 10:42:00 |
Vier Tage nach dem großen Stromausfall im
Berliner Südwesten sollen nun alle betroffenen Haushalte wieder mit
Energie versorgt werden. "Wir fahren heute ab 11:00 Uhr das
Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch",
kündigte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an.
"Möglich wurde das auch, weil wir die Großschadenslage ausgerufen
und damit die notwendigen Kräfte und Abläufe gebündelt haben", so
Wegner weiter. "Es war richtig, parallel an zwei Standorten zu
arbeiten - so konnten die Reparaturen schließlich am Anschlagsort
erfolgreich abgeschlossen werden."
Notstromaggregate abschalten
Die Behörden riefen die betroffenen Menschen im Südwesten dringend
auf, bis spätestens 10.30 Uhr private Notstromaggregate
abzuschalten, um die Stromversorgung insgesamt gewährleisten zu
können. Elektrogeräte sollten vom Netz getrennt werden. Während der
Wiederanschaltung könne es zu kurzzeitigen Stromunterbrechungen
kommen, hieß es weiter. Auch in Warnapps wurde darauf hingewiesen.
100.000 Menschen zwischenzeitlich ohne Strom
Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk
Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische
Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins
zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Nach
Angaben Wegners waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem
Blackout betroffen. Nachdem in den letzten Tagen ein Teil der
Betroffenen wieder angeschlossen wurde, waren zuletzt laut Stromnetz
Berlin noch 19.900 Haushalte und 850 Gewerbebetriebe ohne Strom.
Der Stromausfall war den Angaben zufolge der längste der
Nachkriegsgeschichte in der Hauptstadt. Fachleute des landeseigenen
Netzbetreibers Stromnetz Berlin und von außerhalb arbeiteten seit
Samstag fieberhaft an zwei Stellen an zwei verschiedenen Varianten,
um die Versorgung wieder herzustellen. Die Rede war von sehr
komplizierten Arbeiten.
Erst im vergangenen September hatte es nach einem Brandanschlag im
Südosten der Stadt zu einem rund 60-stündigen Blackout geführt.
Damals waren zunächst rund 50.000 Stromkunden von dem Störfall
betroffen.
Großschadenslage ausgerufen
Nach dem neuen Brandanschlag hatte Berlin am Sonntag eine sogenannte
Großschadenslage ausgerufen - auch um bei der Bewältigung der Folgen
schneller Hilfe vom Bund anfordern zu können. Unter anderem war die
Bundeswehr vor Ort, um bei der Betankung von Notstromaggregaten oder
der Versorgung von Menschen mit warmem Essen zu helfen.
Dank Notstromaggregaten öffneten etliche Supermärkte bereits ab
Montag wieder. Auch Handys hatten vielfach wieder Netz, weil
zahlreiche Mobilfunkmasten wieder in Betrieb waren. In
Notunterkünften und anderen Anlaufstellen konnten sich Menschen
aufwärmen, Handys laden, etwa trinken und essen.
Täter wohl aus dem linksextremem Spektrum
Bei den Ermittlungen zu den Tätern gibt es noch keine Ergebnisse.
Die Polizei sprach von sehr umfangreicher Tatortarbeit. Die
sogenannten "Vulkangruppen", die sich zu dem Anschlag in einem von
Berlins Innenverwaltung als authentisch eingestuften Schreiben
bekannten, sind den Ermittlern bereits länger bekannt. Sie griffen
mutmaßlich schon mehrfach etwa Bahnanlagen oder das Stromnetz an.
Inzwischen berichteten mehrere Medien über ein zweites
Bekennerschreiben der mutmaßlichen Täter. Vonseiten der Ermittler
gab es zunächst keine Bestätigung dazu. In dem Schreiben wurden die
Spekulationen rund um eine Beteiligung ausländischer Akteure
zurückgewiesen. Zuletzt kursierte in sozialen Medien die These,
Russland könne hinter dem Anschlag stecken.
Bundesanwaltschaft ermittelt
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernahm inzwischen die
Ermittlungen. Aus Sicht der obersten deutschen
Strafverfolgungsbehörde besteht der Verdacht auf
verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher
Betriebe.
Politik spricht von Terrorismus
Wegner und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stufen den
Anschlag als Terrorismus beziehungsweise "Linksterrorismus" ein. Die
Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen
zu Schaden kämen. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sagte
im "Frühstart" von RTL und ntv: "Das ist Terror. Das ist
Linksextremismus."/kr/mvk/sak/DP/nas
AXC0114 2026-01-07/10:42
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.074,39 | -47,87 | -0,19% |
| TecDax | 3.782,51 | -13,20 | -0,35% |
| MDAX | 31.867,80 | -196,84 | -0,61% |
| Dow Jones (EOD) | 48.996,08 | -466,00 | -0,94% |
| Nasdaq 100 | 25.653,90 | 14,19 | 0,06% |
| S & P 500 (EOD) | 6.920,93 | -23,89 | -0,34% |
| SMI | 13.324,03 | 1,88 | 0,01% |
|
| EUR/US$ | 1,1663 | -0,00 | -0,11% |
| EUR/Yen | 183,0735 | 0,04 | 0,02% |
| EUR/CHF | 0,9310 | -0,00 | -0,06% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8689 | 0,00 | 0,16% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | -0,17% |
| CHF/US$ | 1,2528 | -0,00 | -0,06% |
|
| baha Brent Indication | 61,37 | 0,71 | 1,18% |
| Gold | 4.424,14 | -19,68 | -0,44% |
| Silber | 75,38 | -3,56 | -4,51% |
| Platin | 2.223,14 | -93,58 | -4,04% |
| |
|
|