| ROUNDUP: Auch CDU will frühere Steuersenkung für Unternehmen |
| 07.01.2026 11:41:00 |
Mit Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen,
weiterem Bürokratieabbau und flexibleren Arbeitszeiten will die CDU
der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr aus der Krise helfen. Bei
seiner Klausurtagung in Mainz am Freitag und Samstag will sich der
Parteivorstand unter anderem für ein Vorziehen der ab Januar 2028
geplanten Reduzierung der Körperschaftsteuer stark machen.
Das geht es aus dem Entwurf für eine "Mainzer Erklärung" hervor, die
bei dem Treffen der Parteiführung unter Leitung des CDU-Vorsitzenden
und Bundeskanzlers Friedrich Merz beschlossen werden soll.
Voraussetzung für das Vorziehen der Steuersenkung sei aber, dass die
Haushaltssituation von Bund und Ländern es zulässt, heißt es in dem
Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
CDU nennt kein konkretes Datum für frühere Steuerentlastung
Anders als die Schwesterpartei CSU nennt die CDU kein konkretes
Datum. CSU-Chef Markus Söder hatte sich zum Auftakt der
Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im bayerischen Kloster
Seeon dafür ausgesprochen, rückwirkend zum 1. Januar 2026 mit der
Steuersenkung zu beginnen. Nach jetzigem Stand soll der Steuersatz
erst ab dem 1. Januar 2028 in fünf Jahresschritten von 15 auf 10
Prozent sinken.
Senkung der Einkommensteuer zur Mitte der Wahlperiode
Die CDU macht sich in ihrem Papier auch für eine Vereinfachung der
Gewerbesteuer, eine Senkung der Einkommensteuer für kleine und
mittlere Einkommen zur Mitte der Legislaturperiode - also in der
ersten Hälfte des Jahres 2027 - und Steuerfreiheit für
Überstundenzuschläge stark. Die Reduzierung der Stromsteuer für alle
will sie schnellstmöglich umsetzen.
"Deutschland muss wieder zu einem attraktiven Standort für
Investitionen und Innovationen werden. Dazu muss vor allem die im
internationalen Vergleich hohe Steuerbelastung für Unternehmen
reduziert werden", heißt es in dem Entwurf für die "Mainzer
Erklärung". "Denn Weltspitze bei der Steuerbelastung und Weltspitze
bei der Wettbewerbsfähigkeit passen auf Dauer nicht zusammen."
Tägliche statt wöchentliche Höchstarbeitszeit
In dem Papier sind eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Ankurbelung der
Wirtschaft enthalten.
* Die wöchentliche Höchstarbeitszeit soll in eine tägliche
Höchstarbeitszeit umgewandelt werden.
* Der Kündigungsschutz für Spitzenkräfte soll flexibilisiert werden.
* Das nationale Lieferkettengesetz soll gänzlich abgeschafft werden.
* Für alle neuen Statistikpflichten soll es ein sofortiges
Moratorium von mindestens zwei Jahren geben. Außerdem sollen
zahlreiche bestehende Statistikpflichten ausgesetzt werden, um
Unternehmen zu entlasten.
"Es braucht eine politische Kraftanstrengung"
Die wirtschaftliche Lage wird in dem Papier als düster beschrieben.
"Das dritte Jahr in Folge drohen Stagnation und Rezession", heißt es
darin. Die Probleme seien bekannt: hohe Steuern, weiter steigende
Sozialabgaben, fehlende Fach- und Arbeitskräfte, überbordende
Bürokratie und Regulierung, nicht wettbewerbsfähige Energiekosten.
Hinzu komme der Reformbedarf der öffentlichen Verwaltung. "Es
braucht eine politische Kraftanstrengung, um diese Probleme zu
meistern und Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen."
Der politische Handlungsdruck sei enorm. "Unsere Gestaltungskraft in
der Welt steht und fällt mit der wirtschaftlichen Stärke
Deutschlands. Wir können unsere Interessen nur mit ihr glaubwürdig
und erfolgreich vertreten", heißt es in dem Entwurf. Diese Fähigkeit
sei angesichts der Verschiebung der Machtzentren auf der Welt,
wichtiger denn je./mfi/DP/mis
AXC0131 2026-01-07/11:41
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Autor: - dpa-AFX
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