| Nestle-Rückruf von Babynahrung weitet sich auf weitere Länder aus |
| 08.01.2026 11:36:00 |
Bei Nestlé weitet sich die
weltumspannende Rückrufaktion von Babynahrung aus. Waren vor wenigen
Tagen laut dem Nahrungsmittelkonzern gut 30 Länder davon betroffen,
sind es nach Angaben am Donnerstag nun mindestens 50. In
Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten ruft Nestlé in
großen Märkten wie Brasilien, Chile, China, Ägypten, Katar,
Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten
Babynahrung-Chargen zurück. Betroffen sind neu auch Australien und
Neuseeland. In Europa erfolgten Rückrufe in bislang mindestens 27
Märkten. Für die USA und Kanada wurde dagegen bislang kein Rückruf
angeordnet.
Am Montag hatte Nestlé bekannt gegeben, Säuglingsnahrung, die mit
giftigem Stoff belastet sein könnte, zurückzurufen. Betroffen sind
die bekannte Marke Beba sowie Spezialprodukte wie Alfamino. Eltern
wurden von Nestlé dazu aufgefordert, die Produkte aus bestimmten
Chargen nicht mehr zu verwenden und im Handel zurückzugeben.
Nach wie vor geht Nestlé laut den auf einer eigens eingerichteten
Webseite zum Vorfall davon aus, dass sich die finanziellen Folgen in
Grenzen halten dürften. Der Rückruf mache deutlich weniger als 0,5
Prozent des Jahresumsatzes des Lebensmittelkonzerns aus, heißt es
dazu nach wie vor.
Größer dürfte der Image-Schaden sein. Sollten sich die Bedenken der
Konsumenten hinsichtlich der Produkt- und Markensicherheit
hinziehen, könne dies hohe Umsatzverluste auslösen, hiess es in
einem Kommentar der Investmentbank Jefferies. Konkurrenten wie
Danone könnten davon profitieren.
Der massive Produktrückruf berge Reputationsrisiken, glaubt auch
Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. Auch wenn noch keine
Erkrankungen bekannt seien, hinterlasse der Fall einen "bitteren
Nachgeschmack", vor allem was die Kommunikation angehe.
Die Erwartungen an die neue Unternehmensführung unter Chef Philipp
Navratil seien, auch was die Kommunikation betrifft, hoch. Sobald
das Ausmass des Rückrufs bekannt sei, müsse Nestlé umfassend und
klar dazu informieren, um Vertrauen zurückgewinnen zu können, so der
Vontobel-Analyst.
Volle Transparenz gefordert
Kritik erntet Nestlé auch von der Konsumentenschutzorganisation
Foodwatch, die davon ausgeht, dass rund 60 Länder und mehr als 800
Produkte aus über zehn Nestlé-Werken von der Aktion betroffen sind.
Nestlé und die zuständigen Behörden hätten teilweise Wochen
zugewartet, bis über die Probleme informiert worden sei.
Noch seien viele Fragen zu diesem "Skandal" offen, so die NGO
weiter. Etwa zum erstmaligen Zeitpunkt des Auftretens der
Kontamination oder auch zu den von den Problemen betroffenen
Produktionswerken. Es brauche volle Transparenz, forderte Foodwatch
in einer Stellungnahme.
Nestlé selber nahm am Donnerstag auf Nachfrage der
Nachrichtenagentur AWP zum möglichen Image-Schaden und zu Fragen zum
Gesamtumfang des Rückrufs keine Stellung. Das Unternehmen verwies
auf die Angaben seiner Webseite./mk/to/AWP/jha
ISIN CH0038863350 FR0000120644
AXC0150 2026-01-08/11:36
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Autor: - dpa-AFX
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