| ROUNDUP: Zwei Verletzte in Portland bei Kontrolle durch Grenzbehörde |
| 09.01.2026 06:35:00 |
Nach tödlichen Schüssen der
US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis sorgt ein ähnlicher
Zwischenfall mit zwei Verletzten für Spannungen in Portland. Nach
Darstellung des US-Heimatschutzministeriums hielten Angehörige der
Grenzschutzbehörde in dem neuen Fall ein Fahrzeug für eine gezielte
Kontrolle an. Die Person am Steuer habe versucht, die Beamten zu
überfahren, hieß es in einem Beitrag auf der Plattform X. Einer der
Beamten habe aus Selbstverteidigung einen Schuss abgegeben, während
das Fahrzeug wegfuhr.
Nach Angaben der Polizei von Portland wurden zwei Insassen des
Wagens - ein Mann und eine Frau - danach mit Schussverletzungen ins
Krankenhaus gebracht. Zu ihrem Zustand gab es zunächst keine
Angaben. Das Heimatschutzministerium sprach von einer Verbindung der
beiden zur venezolanischen Gang Tren de Aragua. US-Präsident Donald
Trump verweist auf die Gruppe oft als eine Begründung für seine
großangelegten Abschiebeaktionen. Angaben aus anderen Quellen zu den
Verletzten gab es zunächst nicht. Örtliche Fernsehsender zeigten
vereinzelte Proteste in Portland.
Angespannte Lage nach Tod in Portland
Am Mittwoch war eine Frau in Minneapolis bei einem Einsatz der
Einwanderungsbehörde ICE getötet worden. Offiziellen Angaben zufolge
blockierte sie mit ihrem Fahrzeug eine Straße in einem Wohngebiet.
Auf Videoaufnahmen von Augenzeugen ist zu sehen, wie mehrere Beamte
am Wagen stehen und mit der Frau sprechen. Nachdem sie losfährt,
gibt einer von ihnen mehrere Schüsse ab. Nach Regierungsdarstellung
handelte der Beamte als Selbstverteidigung, weil die Frau versucht
habe, ihn zu überfahren. In den Videobildern sieht es jedoch eher
danach aus, dass der Wagen an ihm vorbeifuhr, während er schoss. Der
Zwischenfall sorgte für Proteste gegen den ICE-Einsatz in mehreren
US-Städten.
Kritik in Portland
Portlands Bürgermeister Keith Wilson und Polizeichef Bob Day konnten
bei einer Pressekonferenz keine näheren Angaben zu dem Zwischenfall
in der Stadt machen. Die Ermittlungen werden von der Bundespolizei
FBI geführt. Wilson hinterfragte zugleich die Darstellung des
Heimatschutzministeriums. Die Zeiten, in denen man Angaben von
Bundesbehörden für bare Münze nehmen konnte, seien vorbei, sagte er.
Der Bürgermeister forderte, alle ICE-Aktivitäten in der Stadt bis zu
einer Aufklärung des Vorfalls zu stoppen.
Auf Geheiß von Trump wurden Beamte der Einwanderungsbehörde in
verschiedene US-Städte entsandt, um Menschen abzuschieben, die sich
ohne rechtliche Grundlage in den USA aufhalten. Örtliche Behörden
kritisieren vielerorts das Vorgehen. Portland im US-Bundesstaat
Oregon gilt als besonders liberal - und die Trump-Regierung hat die
Stadt entsprechend im Visier.
Der regionale TV-Sender KGW8 veröffentlichte Mitschnitte der
Kommunikation von Rettungsdiensten, denen zufolge der Mann in dem
Fahrzeug am Arm verletzt wurde und die Frau an der Brust./so/DP/zb
AXC0042 2026-01-09/06:35
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Autor: - dpa-AFX
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