| Sorge um Grönland: Nato-Staaten werben für Arktis-Einsatz |
| 09.01.2026 18:26:00 |
Mehrere Nato-Staaten werben angesichts der
jüngsten Äußerungen der US-Regierung zu Grönland für einen Ausbau
der Bündnispräsenz in der Arktis. Nach Angaben von Diplomaten sieht
ein Vorschlag vor, einen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic
Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) zu starten. Er soll den
Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der
strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden
kann.
Über den Vorschlag wurde den Angaben zufolge unter anderem bei einer
Sitzung der ständigen Vertreter der Bündnisstaaten in Brüssel
gesprochen. Darüber hatte zunächst unter anderem die "Frankfurter
Allgemeine Zeitung" berichtet.
Der britische Premierminister Keir Starmer ließ am Freitag
mitteilen, er habe sich in einem Telefonat mit Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel
Macron für eine verstärkte Nato-Präsenz im hohen Norden
ausgesprochen. Das Bündnis müsse in der Region stärker auftreten, um
Gegner wie Russland abzuschrecken, sagte Starmer einer Sprecherin
zufolge.
Geht es nur um Sicherheit?
Ob der Verstoß von Ländern wie Großbritannien Aussichten auf Erfolg
hat, ist unklar. Grund ist, dass Nato-Einsätze nur gestartet werden
können, wenn alle Alliierten zustimmen. Dabei stellt sich vor allem
die Frage, ob es den USA bei ihrem Interesse an der offiziell zu
Dänemark gehörenden Insel Grönland vielleicht vor allem um deren
Rohstoffreichtum geht. In diesem Fall dürfte ein neuer Nato-Einsatz
die Grönland-Debatte nicht beenden.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wieder mehrfach deutlich
gemacht, dass er die größte Insel der Erde unter Kontrolle der
Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf deren große
strategische Bedeutung und eine zuletzt große Präsenz von russischen
und chinesischen Schiffen in der Region.
Für Aufsehen und Beunruhigung sorgt Trumps Äußerungen vor allem,
weil er bislang auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht
ausschloss, um Kontrolle über Grönland erlangen. Die Insel ist zu
vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland,
hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.
Idee für mehr Arktis-Präsenz ist nicht neu
Informelle Gespräche über eine Ausweitung der Nato-Präsenz in der
Arktis gab es bereits vor einem Jahr. Basis könnten bereits 2023
verabschiedete neue Verteidigungspläne sein. Diese als geheim
eingestuften Dokumente sehen ohnehin eine Verstärkung der
Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten auch im hohen Norden
vor.
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark
die Pituffik Space Base auf Grönland. Diese unterstützt unter
anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und
Weltraumüberwachungsmissionen. Darüber hinaus sind auch dänische
Streitkräfte präsent - vor allem über das Arktische Kommando in
Nuuk. Nach den Gesprächen der Vertreter der Bündnisstaaten in
Brüssel soll es nun erst einmal einen Bericht zur aktuellen Lage
geben.
Für die Nato ist die Grönland-Debatte höchst brisant. Einerseits
muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein
führendes Mitglied auf einmal androht, sich durch Zwangsanwendung
Gebiete eines anderen Staates einzuverleiben - vor allem auch mit
Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas
Ansprüche auf Taiwan. Andererseits wäre es für die Nato ein
Super-GAU, wenn die USA im Streit über ein solches Thema aus dem
Bündnis austreten würden, weil die Abschreckung der Nato vor allem
auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke der konventionellen
Streitkräfte der USA beruht./aha/DP/nas
AXC0231 2026-01-09/18:26
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 25.261,64 | 134,18 | 0,53% |
| TecDax | 3.820,24 | 40,19 | 1,06% |
| MDAX | 32.167,17 | 84,14 | 0,26% |
| Dow Jones (EOD) | 49.504,07 | 237,96 | 0,48% |
| Nasdaq 100 | 25.766,26 | 259,16 | 1,02% |
| S & P 500 (EOD) | 6.966,28 | 44,82 | 0,65% |
| SMI | 13.421,82 | 71,00 | 0,53% |
|
| EUR/US$ | 1,1634 | -0,00 | -0,22% |
| EUR/Yen | 183,7313 | 0,82 | 0,45% |
| EUR/CHF | 0,9319 | 0,00 | 0,05% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8680 | 0,00 | 0,06% |
| Yen/US$ | 0,0063 | 0,00 | -0,64% |
| CHF/US$ | 1,2488 | -0,00 | -0,22% |
|
| baha Brent Indication | 62,97 | 0,08 | 0,13% |
| Gold | 4.495,39 | 63,59 | 1,43% |
| Silber | 78,01 | 2,63 | 3,49% |
| Platin | 2.299,70 | 96,91 | 4,40% |
| |
|
|