| ROUNDUP/Kolumbiens Präsident: Trump erwog 'militärische Operation' |
| 09.01.2026 20:08:00 |
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat zeitweise
ein militärisches Vorgehen der USA gegen sein Land befürchtet.
US-Präsident Donald Trump habe ihm in einem Telefonat gesagt, "dass
er darüber nachdachte, in Kolumbien schlechte Dinge zu tun", sagte
Petro in einem Interview der Zeitung "El País".
Der linksgerichtete Staatschef nahm nach eigenen Angaben an, dass
eine Militäraktion vorbereitet werde. "Der Hinweis war, dass sie
bereits etwas vorbereiteten, eine militärische Operation". Welche
konkrete Aktion geplant gewesen sei, wisse er nicht, nur, "dass eine
im Gange war".
Petro sagte, die Vorgänge in Venezuela hätten bei ihm die Sorge
ausgelöst, selbst persönlich betroffen zu sein. Auf die Frage, ob er
befürchtet habe, ein ähnliches Schicksal zu erleiden wie Venezuelas
Staatschef Nicolás Maduro, der von US-Soldaten festgenommen und in
die Vereinigten Staaten gebracht worden war, antwortete er:
"Zweifellos".
Nach einem rund einstündigen Telefonat mit Trump am Mittwoch habe
sich die Lage jedoch vorerst entspannt. "Ich glaube, sie [die
Bedrohung] wurde eingefroren, aber ich kann mich irren", sagte
Petro. In dem Gespräch habe er seine Positionen darlegen können,
unter anderem zur Drogenbekämpfung. Trump habe ihm gesagt: "Ich
weiß, dass viele Lügen über Sie erfunden wurden, genauso wie über
mich." Trump kündigte nach dem Telefonat ein Treffen im Weißen Haus
an, ohne einen Zeitpunkt zu nennen.
Trump hat auch Kolumbien gedroht
Der US-Präsident hatte nach der Militäraktion in Venezuela und der
Gefangennahme von Maduro auch Kolumbien gedroht. Der Republikaner
hatte vor Journalisten gesagt, Kolumbien sei "sehr krank" und werde
von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu
produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das
werde er "nicht mehr lange machen", sagte Trump - ohne ins Detail zu
gehen, was er konkret damit meinte.
Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz
gegen Kolumbien geben werde, antwortete Trump so: "Das klingt für
mich gut." Kolumbien ist ein Nachbarstaat von Venezuela in
Südamerika und gilt als wichtiger Produktionsstandort für Kokain.
Am Freitagnachmittag kündigte Trump auf seiner Plattform Truth
Social ein Treffen mit Petro in der ersten Februarwoche im Weißen
Haus an. Dabei erneuerte er seine Forderung, dass der Import von
Drogen wie Kokain in die USA gestoppt werden müsse./ppz/DP/men
AXC0245 2026-01-09/20:08
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Autor: - dpa-AFX
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