| Kritik an Nestlés Rückruf bestimmter Babynahrung |
| 09.01.2026 20:49:00 |
Nach dem vorsorglichen Rückruf mehrerer
Säuglingsnahrungsprodukte durch Nestle hat die
Verbraucherorganisation Foodwatch den Nahrungsmittelkonzern
kritisiert. Dieser habe schon deutlich früher von Verunreinigungen
mit Cereulid gewusst. Cereulid ist ein Toxin, dass durch das
Bakterium Bacillus cereus entstehen kann.
Nestlé wies die Kritik zurück. Der Konzern hatte seinen Rückruf am
5. Januar bekanntgegeben. Hintergrund sei, dass in einer der Zutaten
eines Zulieferers möglicherweise Cereulid vorhanden sein könnte,
hieß es. Betroffen sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in
Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken "Beba" und "Alfamino".
Foodwatch: Belastete Babyprodukte in 30 Ländern verkauft
Laut Foodwatch stammten belastete Nestlé-Babyprodukte auch aus
Werken in Deutschland und wurden in 30 Länder weltweit verkauft.
"Bereits am 16. Dezember fanden österreichische Behörden
Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid in Produktproben von
Nestlé-Säuglingsnahrung, die aus Deutschland kam", teilte die
Verbraucherorganisation mit. Das belege eine Meldung im
EU-Behörden-Schnellwarnsystem RASFF. Daher sei davon auszugehen,
dass sowohl Nestlé als auch die Behörden in Deutschland schon seit
Mitte Dezember gewusst hätten, dass auch deutsche Produkte betroffen
seien.
Das international agierende Unternehmen Nestlé teilte der Deutschen
Presse-Agentur dagegen mit, ein früherer entsprechender Rückruf
bereits am 10. Dezember "betraf Deutschland nicht, da die
betroffenen Produkte nicht an Verbraucher in Deutschland gelangten".
Unterschiedliche Produktchargen von Nestlé erreichten
unterschiedliche internationale Märkte.
Nestlé: Problem stammt aus Zutat eines Lieferanten
Erst sei nur von einem einzigen betroffenen Produktionsstandort
ausgegangen worden. Vorsichtshalber wurde laut Nestlé die
umfangreiche Ursachenanalyse jedoch fortgesetzt und Ende Dezember
anderweitig bei einzelnen Produkten Cereulid nachgewiesen. Das
"Qualitätsproblem" stamme von einer Zutat eines "führenden
Lieferanten" an mehreren Produktionsstandorten. Am 5. Januar sei
dann eben der Rückruf der betroffenen Produkte in Deutschland
erfolgt.
Nestlé betonte nochmals, dass keine Erkrankungen im Zusammenhang mit
den betroffenen Produkten bestätigt worden seien. Nach den
vorliegenden Daten gebe es kein akutes Risiko für Säuglinge.
Erbrechen und Durchfall?
Nach früheren Angaben von Nestlé kann Cereulid binnen "30 Minuten
bis 6 Stunden Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Müdigkeit
auslösen". Zeige das Kind keine dieser Symptome, bestehe aber kein
Grund zur Sorge. Bei Fragen stehe der Nestlé-Verbraucherservice
unter der Telefonnummer +49 (0) 800 2344 944 zur
Verfügung./jaa/DP/men
ISIN CH0038863350
AXC0248 2026-01-09/20:49
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Autor: - dpa-AFX
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